Tag: 24. Juni 2022

Gastautor

Zu Gast in Augensternswelt: Sabrina aka stitch_till_dawn – Wie die Kirsche auf der Torte – Meine Gedanken zum Thema Quilt-Labels

Hallo zusammen,

wie freue ich mich mal wieder als Gast auf Annettes Blog schreiben zu dürfen! 💜 Herzlichen Dank an Annette für die freundliche Einladung und vor allem auch Danke für deine Geduld, da die Fertigstellung dieses Beitrags leider ein bisschen länger gedauert hat.

Diesmal möchte ich mit euch meine Gedanken zum Thema Quilt-Labels teilen. Ein Schritt, den ich viele Jahre in der Quilt-Fertigstellung vernachlässigt habe, der aber mittlerweile aus meinem Nähzimmer nicht mehr wegzudenken ist.

Das bin ich

Aber bevor ich loslege, kommen hier erst einmal ein paar Worte zu mir: Ich bin Sabrina, 38 Jahre alt, von Beruf Kommunikationsexpertin an einer deutschen Universität und nähe seit rund sechs Jahren Quilts. Am Patchworken und Quilten liebe ich vor allem, dass durch die  unterschiedliche Kombination von Mustern und Farben immer wieder neue Ergebnisse erzielt werden können. Das Nähen bringt mich nach einem anstrengenden Arbeitstag zu mir selbst zurück und lässt regt meine Kreativität immer wieder auf neuen Wegen an. Außerdem kommt es mir sehr gelegen, dass man Patchwork- und Quiltprojekte oft sehr gut in kleinen Portionen abarbeiten kann. So kann ich ganz ideal jede Minute meiner momentan rar gesäten freien Zeit zwischen Arbeit, Kinderbetreuung und Haushalt meinem liebsten Hobby widmen. 😃 Wenn ihr mehr von mir lesen wollt, besucht mich auf meinem Instagram Profil: @stitch_till_dawn.

Foto: Kerstin Keysers.

Die vielen Details meiner Quilts

So kommt es jedoch auch nicht selten vor, dass ich Monate, wenn nicht gar Jahre an manchen meiner Quiltprojekte arbeite. Und dann gibt es da auch noch diese vielen UFOs, über die ich bereits im letzten Jahr auf Annettes Blog geschrieben habe. Während ich mir oft noch relativ gut merken kann, was für ein Schnittmuster ich für den jeweiligen Quilt genutzt habe, sieht es schon ganz anders aus, wenn es darum geht, welche Stoffe, welches Garn und welches Vlies zum Einsatz kamen.

Vor einiger Zeit habe ich deshalb angefangen, relativ verlässlich ein Quilt-Journal zu führen, in welches die Details zu den verschiedenen Projekten eintrage: Hier wird notiert, wann ich mit dem jeweiligen Quilt begonnen habe, welche Stoffe und Muster ich benutzt habe und welche Gedanken zum Quilting ich mir gemacht habe. Manchmal notiere ich mir auch, welche grundsätzlichen Gedanken ich mir zum Stil des Projektes gemacht habe oder warum ich dieses oder jenes Muster für den geplanten Quilt-Empfänger ausgesucht habe.

Es macht mir immer großen Spaß in meinem Quiltjournal zu blättern und mich so an das ein oder andere Projekt zurückzuerinnern. In Zukunft möchte ich sogar noch mehr Details eintragen und zum Beispiel auch in kurzen Notizen vermerken, welche Themen mich beschäftigt haben, während ich an dem Projekt saß. In etwa wie bei einem Tagebuch. Nicht selten nehme ich private Gedanken, aber auch die Nachrichten des Tages abends mit in mein Nähzimmer und diese werden während des Nähens verarbeitet und finden manchmal bewusst, manchmal unbewusst Eingang in das jeweilige Projekt.

Wer es noch nicht ausprobiert hat, dem kann ich das Führen eines solchen Quiltjournals wirklich sehr empfehlen: Ich habe am Anfang etwas gebraucht, bis ich es zuverlässig geführt habe. Aber mittlerweile ist es aus meinem Nähalltag nicht mehr wegzudenken und ich habe mich schon so manches Mal sehr darüber gefreut, die Namen von bestimmten Stoffen oder Quiltmustern hier nachschauen zu können.

Quilt-Labels – von einfach bis persönlich

Doch das Führen des Journals hatte auch Auswirkungen darauf, wie ich meine Quilts labeln wollte. Denn umso mehr Details ich mir zu den einzelnen Quilts in meinem Journal notierte, desto wichtiger fand ich es, einige der Details auch auf den Quilts selbst festzuhalten.

Sehr lange Zeit habe ich meine Quilts  mit einem recht einfachen „Handmade by Stitch Till Dawn“-Label markiert. Von diesen habe ich vor einigen Jahren mal eine große Stückzahl auf Etsy bestellt. Auch heute gefallen Sie mir immer noch und sie erfüllen ihren Zweck. Eigentlich jeder von mir fertiggestellte Quilt erhält zumindest ein solches Label.

Foto: Kerstin Keysers.

Besondere Labels hab ich dagegen immer dann erstellt, wenn ich einen speziellen Quilt für eine besondere Person genäht habe. Dazu habe ich aus meinem Restefundus ein zur Rückseite passendes Stück Stoff ausgesucht und auf dessen Rückseite ein Stück Vlieseline gebügelt. Dann habe ich die jeweilige Botschaft mit einem Textilmarker auf das Stück Stoff geschrieben, dieses auf die Quilt-Rückseite gebügelt und anschließend per Hand festgenäht.

So zum Beispiel bei dem Geisterquilt, den ich 2019 zum 3. Geburtstag unserer Tochter Leana genäht habe.

In diesem Jahr ist dieser New Horizon Quilt als Babygeschenk entstanden und auch für die kleine Tanit wollte ich ein paar persönliche Worte auf dem Quilt hinterlassen.

Als Auftragsarbeit für den 60. Geburtstag der Mutter eines Freundes habe ich in diesem Jahr außerdem an meinem Meeresquilt gearbeitet. Da die Mutter eine besondere Verbindung zur Ostsee hat, hat die Familie diese nette persönliche Widmung in Plattdeutsch gestaltet und ich habe diese auf die Flanell-Rückseite des Quilts appliziert.

Ich finde so eine persönliche Widmung auf einem Quilt, der als Geschenk entstanden ist, ein absolut schönes Detail und ich hoffe, dass sich die Beschenkten auch in vielen Jahren noch an den persönlichen Worten und natürlich an dem Quilt erfreuen werden.

Patchwork-Quiltlabels

Vor einiger Zeit habe ich schließlich damit begonnen, für meine Quilts eigene Patchwork-Quiltlabels zu gestalten. Auf diesen halte ich wesentliche Details des Projekts wie Schnittmuster, Datum der Fertigstellung, Schnittmuster-Designer und manchmal auch Vliesart und Fadenstärke fest. So wie hier bei dem Label für meinen Mod Boxwood Quilt:

Die Erstellung eines solchen Labels gehört mittlerweile zu meinen Lieblingsschritten beim Nähen von Quilts: Der Quilt ist fertig gequiltet, das Binding ist angebracht, oft habe ich den Quilt bereits einmal gewaschen und dann ist es Zeit für ein bisschen Kreativzeit mit meinem Restefundus. Ich nehme die Reststücke der Stoffe zur Hand, aus denen ich den Quilt gefertigt habe und setze ganz nach Lust und Laune ein Muster zusammen – mal mit geraden Linien, mal mit schiefen Linien, aber auf jeden Fall komplett improvisiert.

Auch der neue Infinite Hearts Quilt für Leana, der in den nächsten Tagen noch fertig gequiltet werden muss, wird ein solches Label bekommen. Und  neben den ganzen Details habe ich sogar noch Platz für ein paar persönliche Worte gefunden. 😍 Ich bin schon darauf gespannt, Leanas Reaktion zu sehen, wenn ich ihr den fertigen Quilt übergebe und die Widmung auf dem Label vorlese.

 

Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen inspirieren und vielleicht werdet ihr bei der Gestaltung eurer Quilt-Labels ja in Zukunft ein bisschen etwas Neues ausprobieren. Ich würde mich auf jeden Fall sehr freuen, wenn ihr mir eure Meinung zu meinem Post hier lasst und gerne auch eure Erfahrungen, Tipps und Ideen zur Herstellung von Quilt-Labels teilt.

 

Alles Gute

eure Sabrina

 

Ihr findet Sabrina auf Instagram und zwar unter: @stitch_till_dawn.

Bildrechte und Fotoquellen: Sabrina Eisele


Gerne nehme ich an folgenden Linkpartys teil: Andreas SamstagsplauschCreativsalat, Quiltingpatchwork und der UFO Linkparty, wo sich alle Gastautoren der letzten Jahre versammeln.  und dann gehe ich noch zu HandmadeOnMonday, Designer Wall Linkparty, froh und kreativ, Patchwork und Quilten, Small Quilts and Doll Quilts, Monday making, Oh Scraps!