Zu Gast in Augensternswelt: Wie die Kirsche auf der Torte – Meine Gedanken zum Thema Quilt-Labels

Hallo zusammen,

wie freue ich mich mal wieder als Gast auf Annettes Blog schreiben zu dürfen! 💜 Herzlichen Dank an Annette für die freundliche Einladung und vor allem auch Danke für deine Geduld, da die Fertigstellung dieses Beitrags leider ein bisschen länger gedauert hat.

Diesmal möchte ich mit euch meine Gedanken zum Thema Quilt-Labels teilen. Ein Schritt, den ich viele Jahre in der Quilt-Fertigstellung vernachlässigt habe, der aber mittlerweile aus meinem Nähzimmer nicht mehr wegzudenken ist.

Das bin ich

Aber bevor ich loslege, kommen hier erst einmal ein paar Worte zu mir: Ich bin Sabrina, 38 Jahre alt, von Beruf Kommunikationsexpertin an einer deutschen Universität und nähe seit rund sechs Jahren Quilts. Am Patchworken und Quilten liebe ich vor allem, dass durch die  unterschiedliche Kombination von Mustern und Farben immer wieder neue Ergebnisse erzielt werden können. Das Nähen bringt mich nach einem anstrengenden Arbeitstag zu mir selbst zurück und lässt regt meine Kreativität immer wieder auf neuen Wegen an. Außerdem kommt es mir sehr gelegen, dass man Patchwork- und Quiltprojekte oft sehr gut in kleinen Portionen abarbeiten kann. So kann ich ganz ideal jede Minute meiner momentan rar gesäten freien Zeit zwischen Arbeit, Kinderbetreuung und Haushalt meinem liebsten Hobby widmen. 😃 Wenn ihr mehr von mir lesen wollt, besucht mich auf meinem Instagram Profil: @stitch_till_dawn.

Foto: Kerstin Keysers.

Die vielen Details meiner Quilts

So kommt es jedoch auch nicht selten vor, dass ich Monate, wenn nicht gar Jahre an manchen meiner Quiltprojekte arbeite. Und dann gibt es da auch noch diese vielen UFOs, über die ich bereits im letzten Jahr auf Annettes Blog geschrieben habe. Während ich mir oft noch relativ gut merken kann, was für ein Schnittmuster ich für den jeweiligen Quilt genutzt habe, sieht es schon ganz anders aus, wenn es darum geht, welche Stoffe, welches Garn und welches Vlies zum Einsatz kamen.

Vor einiger Zeit habe ich deshalb angefangen, relativ verlässlich ein Quilt-Journal zu führen, in welches die Details zu den verschiedenen Projekten eintrage: Hier wird notiert, wann ich mit dem jeweiligen Quilt begonnen habe, welche Stoffe und Muster ich benutzt habe und welche Gedanken zum Quilting ich mir gemacht habe. Manchmal notiere ich mir auch, welche grundsätzlichen Gedanken ich mir zum Stil des Projektes gemacht habe oder warum ich dieses oder jenes Muster für den geplanten Quilt-Empfänger ausgesucht habe.

Es macht mir immer großen Spaß in meinem Quiltjournal zu blättern und mich so an das ein oder andere Projekt zurückzuerinnern. In Zukunft möchte ich sogar noch mehr Details eintragen und zum Beispiel auch in kurzen Notizen vermerken, welche Themen mich beschäftigt haben, während ich an dem Projekt saß. In etwa wie bei einem Tagebuch. Nicht selten nehme ich private Gedanken, aber auch die Nachrichten des Tages abends mit in mein Nähzimmer und diese werden während des Nähens verarbeitet und finden manchmal bewusst, manchmal unbewusst Eingang in das jeweilige Projekt.

Wer es noch nicht ausprobiert hat, dem kann ich das Führen eines solchen Quiltjournals wirklich sehr empfehlen: Ich habe am Anfang etwas gebraucht, bis ich es zuverlässig geführt habe. Aber mittlerweile ist es aus meinem Nähalltag nicht mehr wegzudenken und ich habe mich schon so manches Mal sehr darüber gefreut, die Namen von bestimmten Stoffen oder Quiltmustern hier nachschauen zu können.

Quilt-Labels – von einfach bis persönlich

Doch das Führen des Journals hatte auch Auswirkungen darauf, wie ich meine Quilts labeln wollte. Denn umso mehr Details ich mir zu den einzelnen Quilts in meinem Journal notierte, desto wichtiger fand ich es, einige der Details auch auf den Quilts selbst festzuhalten.

Sehr lange Zeit habe ich meine Quilts  mit einem recht einfachen „Handmade by Stitch Till Dawn“-Label markiert. Von diesen habe ich vor einigen Jahren mal eine große Stückzahl auf Etsy bestellt. Auch heute gefallen Sie mir immer noch und sie erfüllen ihren Zweck. Eigentlich jeder von mir fertiggestellte Quilt erhält zumindest ein solches Label.

Foto: Kerstin Keysers.

Besondere Labels hab ich dagegen immer dann erstellt, wenn ich einen speziellen Quilt für eine besondere Person genäht habe. Dazu habe ich aus meinem Restefundus ein zur Rückseite passendes Stück Stoff ausgesucht und auf dessen Rückseite ein Stück Vlieseline gebügelt. Dann habe ich die jeweilige Botschaft mit einem Textilmarker auf das Stück Stoff geschrieben, dieses auf die Quilt-Rückseite gebügelt und anschließend per Hand festgenäht.

So zum Beispiel bei dem Geisterquilt, den ich 2019 zum 3. Geburtstag unserer Tochter Leana genäht habe.

In diesem Jahr ist dieser New Horizon Quilt als Babygeschenk entstanden und auch für die kleine Tanit wollte ich ein paar persönliche Worte auf dem Quilt hinterlassen.

Als Auftragsarbeit für den 60. Geburtstag der Mutter eines Freundes habe ich in diesem Jahr außerdem an meinem Meeresquilt gearbeitet. Da die Mutter eine besondere Verbindung zur Ostsee hat, hat die Familie diese nette persönliche Widmung in Plattdeutsch gestaltet und ich habe diese auf die Flanell-Rückseite des Quilts appliziert.

Ich finde so eine persönliche Widmung auf einem Quilt, der als Geschenk entstanden ist, ein absolut schönes Detail und ich hoffe, dass sich die Beschenkten auch in vielen Jahren noch an den persönlichen Worten und natürlich an dem Quilt erfreuen werden.

Patchwork-Quiltlabels

Vor einiger Zeit habe ich schließlich damit begonnen, für meine Quilts eigene Patchwork-Quiltlabels zu gestalten. Auf diesen halte ich wesentliche Details des Projekts wie Schnittmuster, Datum der Fertigstellung, Schnittmuster-Designer und manchmal auch Vliesart und Fadenstärke fest. So wie hier bei dem Label für meinen Mod Boxwood Quilt:

Die Erstellung eines solchen Labels gehört mittlerweile zu meinen Lieblingsschritten beim Nähen von Quilts: Der Quilt ist fertig gequiltet, das Binding ist angebracht, oft habe ich den Quilt bereits einmal gewaschen und dann ist es Zeit für ein bisschen Kreativzeit mit meinem Restefundus. Ich nehme die Reststücke der Stoffe zur Hand, aus denen ich den Quilt gefertigt habe und setze ganz nach Lust und Laune ein Muster zusammen – mal mit geraden Linien, mal mit schiefen Linien, aber auf jeden Fall komplett improvisiert.

Auch der neue Infinite Hearts Quilt für Leana, der in den nächsten Tagen noch fertig gequiltet werden muss, wird ein solches Label bekommen. Und  neben den ganzen Details habe ich sogar noch Platz für ein paar persönliche Worte gefunden. 😍 Ich bin schon darauf gespannt, Leanas Reaktion zu sehen, wenn ich ihr den fertigen Quilt übergebe und die Widmung auf dem Label vorlese.

 

Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen inspirieren und vielleicht werdet ihr bei der Gestaltung eurer Quilt-Labels ja in Zukunft ein bisschen etwas Neues ausprobieren. Ich würde mich auf jeden Fall sehr freuen, wenn ihr mir eure Meinung zu meinem Post hier lasst und gerne auch eure Erfahrungen, Tipps und Ideen zur Herstellung von Quilt-Labels teilt.

 

Alles Gute

eure Sabrina

 

Ihr findet Sabrina auf Instagram und zwar unter: @stitch_till_dawn.

Bildrechte und Fotoquellen: Sabrina Eisele


Gerne nehme ich an folgenden Linkpartys teil: Andreas SamstagsplauschCreativsalat, Quiltingpatchwork und der UFO Linkparty, wo sich alle Gastautoren der letzten Jahre versammeln.  und dann gehe ich noch zu HandmadeOnMonday, Designer Wall Linkparty, froh und kreativPatchwork und QuiltenSmall Quilts and Doll QuiltsMonday makingOh Scraps!  

10 Kommentare

  1. Liebe Sabrina,
    vielen Dank für den ausführlichen Post. Ich bin immer noch auf der Suche nach den passenden Quiltlabels. Deine gefallen mir sehr gut. Allerdings finde ich meine Handschrift nicht so toll…😞
    Besonders gut gefällt mir die Idee, die Labels mit den Details zum Quilt zu gestalten.

    Liebe Grüße
    Britta

    1. Liebe Britta,
      danke für deinen lieben Kommentar.
      Ich habe auch mal gelesen, dass manche den Stoff mit der Widmung individuell zu Hause bedrucken (man braucht dafür allerdings einen Tintenstrahldrucker, keinen Laserdrucker).
      Ich persönlich finde aber, dass auch die handschriftlichen Quiltlabels nicht immer ganz gerade geschrieben sein müssen. Es ist eben Handarbeit.
      Ich habe mir aber auch so ein Handlettering-Buch bestellt und wenn ich besonders schöne Labels mit besonderes schönen Schriften machen möchte, dann pause ich einfach daraus ab.
      Ganz viel Spaß wünsche ich Dir!
      Liebe Grüße
      Sabrina

  2. Ich finde deine liebevoll gestalteten Labels mit Widmung superschön! Ich stemple meist mein Blog-Logo auf die Rückseite, den Stempel habe ich mir vor einigen Jahren zugelegt. Dazu notiere ich den Zeitraum, in dem der Quilt entstanden ist. (Das kann bei UFOs auch mal mehrere Jahre sein.) Deine Idee eines noch einmal gepatchten Labels gefällt mir. Die werde ich mir abgucken für einen Hochzeitsquilt, an dem ich gerade arbeite. Liebe Grüße, Gabi

    1. Liebe Gabi,
      ach, vielen lieben Dank für diese nette Rückmeldung. Das mit dem Stempel ist auch eine super Idee. Das habe ich noch nie gehört oder gesehen. Da würde ich gerne mal ein Foto sehen.
      Oh ja, gerade für einen Hochzeitsquilt kann ich mir ein selbstgepatchtes Label supergut und individuell vorstellen. Ich wünsche Dir dabei ganz viel Erfolg.
      Liebe Grüße
      Sabrina

  3. Wunderschöne Labels sind das, liebe Sabrina! Besonders die ganz persönlichen mag ich sehr und auch, wenn Reste nochmal im Label auftauchen. Ich bin da leider etwas nachlässig geworden und müsste dringend mal nacharbeiten… Das Quilttagebuch, mit Skizzen, Material ect. ist toll, ein schöner Überblick über alles, was so entsteht. Hab vielen Dank fürs Zeigen und alles Gute für Dich!
    An Annette ein dickes Dankeschön für diese schöne Plattform für tolle Ideen und kreative Köpfe!!!
    Alles Liebe
    Katrin

    1. Liebe Katrin,
      dein Kommentar hat mich wirklich so sehr gefreut. Es ist schön, wenn man auch mal diese kleinen Details mit der Nähwelt teilen kann.
      Zum Führen eines Quilttagebuchs kann ich wirklich nur ermutigen. Ich vergesse während des Prozesses oft leider auch immer das ein oder andere Detail, aber so sieht dann eben jeder Beitrag bei mir etwas anders aus. Aber das ist für mich auch ok.
      Alles Liebe und viel Spaß beim Labeln wünsche ich Dir.

  4. Sehr schöne Quilts und Inspirationen für Labels.
    Tatsächlich gibt es hier ein paar selbst genähte Quilts in Nutzung die immer noch ohne Label sind und manchmal überlege ich selbst nach welcher Idee und zu welcher Zeit sie entstanden sind. Deshalb freue ich mich über diese Anregungen.
    LG Ute

    1. Liebe Ute,
      vielen Dank für deine nette Rückmeldung.
      Ja, es ist doch irre, wie schnell man solche Details vergisst. Ich denke auch immer: „Ach, was ich hier für einen Stoff verwendet habe, werde ich noch in 100 Jahren wissen.“ Und dann kommt einem doch irgendwie das Leben dazwischen, die Jahre vergehen und schwupps ist es aus dem Kopf.
      Vielleicht fängst du einfach mal mit einem Label an und vielleicht wird es ja ein fester Bestandteil im Prozess wie bei mir.
      Liebe Grüße
      Sabrina

  5. Welch ein feiner Beitrag, liebe Sabrina,
    und tolle Ideen für eine ganz persönliche Widmung deiner Kunstwerke.
    Der nächste Quilt für meinen ältesten Sohn ist in Arbeit…und bekommt ein Unikatlabel.
    Danke für deinen Gastbeitrag und danke, auch dir liebe Annette, dass du immer wieder tolle Gäste bei dir hast
    Fühlt euch beide ganz lieb umärmelt
    Gabi

    1. Liebe Gabi,
      ach, wie nett! Vielen lieben Dank für deine liebe Rückmeldung.
      Auf das Unikatlabel bin ich schon sehr gespannt. Wirst du es mit uns teilen?
      Freue mich darauf, mehr von Deinen Werken zu sehen.
      Liebe Grüße
      Sabrina

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