Zu Gast in Augensterns Welt: antetanni über zu viel Zeugs im Nähzimmer und Ordnung in, auf und vor den Schränken

Über ein Jahr ist vergangen, seit ich zuletzt bei Annette über Ordnung im Nähzimmer geschrieben habe. Damals ging es um die Aufbewahrung von Schnittmustern und Anleitungen. Wenn du ab und zu bei mir im Blog mitliest, weißt du, dass mich das Thema Ordnung im Nähzimmer schon seit Jahren umtreibt. Und seit Jahren auch sitze ich fest zwischen überquellenden Schränken und Schubladen und zusätzlichen Kisten, die vor und auf den Schränken sowie unter dem Schreibtisch gestapelt sind. Dem Aufruf von Annette für einen Gastbeitrag folgten nun Monate des Überlegens, über was ich schreiben könnte. Eigentlich dachte ich ja, dass ich sooooo viele Ufos gar nicht hätte. Von den Plänen fürs Nähen und mehr mal abgesehen, bei denen es sich aber größtenteils eben erst um Pläne handelt und nicht schon irgendwo angefangene Arbeiten herumliegen.

Bevor ich mich jetzt aber in Sachen zu viel Zeugs in Fahrt bringe, kurz noch einen Satz zu mir: Ich heiße Anita (gerne auch Anni genannt) und blogge seit 2013 unter antetanni.wordpress.com hauptsächlich über mein Hobby Nähen. Darüber hinaus bin ich Gastgeberin der wöchentlichen Mitmachaktionen Sonntags Top 7 und Montagsstarter und schreibe über Gelesenes, Gekochtes, Bereistes und vieles mehr.

Im letzten Gastbeitrag bei Annette habe ich schon davon berichtet, dass mein Nähzimmer viel zu klein ist für all meine Vorhaben und Ideen. Oder ich habe einfach zu viel Zeugs auf zu wenig Platz. Wie auch immer, hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Viel zu oft kommt es vor, dass ich Projekt A oder B gar nicht beginnen oder beenden möchte, weil ich weiß, dass ich zuvor erst wieder ewig Platz schaffen muss, um an Zubehör oder sonstige benötigte Dinge zu kommen. Ganz davon zu schweigen, dass ich den Überblick, was ich alles an Zeugs habe, in vielerlei Hinsicht längst verloren habe und es nicht selten vorkommt, dass ich Dinge ein zweites Mal kaufe, weil ich einfach nicht mehr weiß, wo und in welche Kiste ich es zuvor geräumt habe. Jesses aber auch!

Schon lange war mein Plan, den Inhalt der Kisten zu sichten, Zeugs auszumisten oder wenigstens zu den Sachen zu legen, zu denen er, sie oder es gehört. Der Gastbeitrag nun war ein guter Anlass, das Thema anzugehen. Bilder, wie die Kisten sich vor/unter den Schränken und Tischen stapeln, erspare ich dir und mir und lege einfach los mit dem, was ich in den Kisten gefunden habe (unter den Schreibtisch krabble ich ein anderes Mal…).

Unter anderem bin ich auf eigentlich fertiggestellte Sachen gestoßen, die es aus unterschiedlichen Gründen nie zum Einsatz geschafft haben:

Da wäre zum einen diese Bauchtasche von der MachDeinDing Nähaktion 2019, die ich genäht habe. Bereits bei der Fertigstellung war ich alles andere als glücklich über diese Tasche. Sie ist einfach nicht so gelungen ist, wie ich mir das vorgestellt habe. Nun habe ich im Blogbeitrag von damals selbst wieder gelesen, dass ich die Tasche wieder habe auftrennen wollen, denn so wie sie ist, werde ich sie auch weiter nicht nutzen oder verschenken wollen. Ich habe direkt zur Schere gegriffen und die Tasche aufgetrennt. Die Reißverschlüsse sowie die Steckschnalle habe ich behalten und in die entsprechenden Zubehörkisten geräumt. 

Der Jeansstoff durfte gehen, ein Teil des Innenstoffes aus Baumwollwebware wandert in die Schachtel mit den kleinen Stoffresten, die ich bei nächster Gelegenheit wieder einmal neu sortieren muss – klitzekleine Fitzelchen werde ich wieder zu Inchies schneiden und die größeren Stücke müssen erneut nach Farben sortiert werden (das hält immer eine ganze Weile, aber irgendwann habe ich so viele Reste herausgezogen, Teile davon benutzt, den Rest zurück gestopft, dass die Kiste ein einziges Chaos ist).

Nie zum Einsatz gekommen ist hier auch dieses Hängeutensilo aus Jeans, das ich im Rahmen eines Probenähens vor über zwei Jahren schon genäht habe. Eigentlich wollte ich es am Nähtisch einsetzen, aber da mein Nähtisch unter der Dachschräge steht, gibt es nicht wirklich eine Wand, an der ich einen Nagel einschlagen kann, um selbiges Utensilo aufhängen zu können. So schlummerte es bis heute sein Dasein in einer der vielen Kisten. Und was jetzt damit tun? Ich will es gerne verschenken, wenn du also Interesse hast, melde dich per E-Mail (meine E-Mailadresse findest du bei mir im Blog unter Kontakt/Über mich. Ich versende es innerhalb Deutschlands unversichert auf meine Kosten, der Versand ins Ausland erscheint mir kostenmäßig nicht im Verhältnis zu stehen, da müssten wir uns ggf. über eine Portokostenteilung abstimmen.

Ufo oder Wip…

Unfertig lagen auch diese schon grob zugeschnittenen Teile aus ausrangierten Herrenhemden in einer der Kisten, die ich nun ausgeräumt habe. Erst wollte ich sie erneut zur Seite legen, dann aber habe ich mich am Wochenende hingesetzt und daraus endlich die geplanten Lätzchen genäht. Ufo gemeistert, der Blogbeitrag dazu folgt.

Ebenfalls darin lag diese Handytasche, die ich vor gefühlten Ewigkeiten voller Enthusiasmus nach einem Freebook von Leni Pepunkt begonnen hatte. Ich weiß gar nicht mehr genau, was mich davon abgehalten hat, die Tasche fertigzustellen. Ich glaube, es war (und ist) die Schwierigkeit, einen passenden Stoff für das Innenfutter zu finden. Jedenfalls fiel sie mir jetzt in die Hände und um sie nicht weiter als Ufo oder ein „Projekt im Werden“ (Work in progress oder auch Wip) mitzuziehen, habe ich überlegt, das Innenfutter ebenfalls aus dem Außenstoff zu nähen. Wie findest du das? Ich plane die Fertigstellung für die nächsten Tage oder aber, das Projekt fliegt raus. Ich werde berichten…

Und dann sind da die Sachen, die es zu reparieren gilt…

Sind das Ufos? Ich weiß es nicht und es ist auch egal. Vielmehr glaubte ich, keine Zu-reparieren-Projekte mehr herumliegen zu haben, wurde aber beim Sichten der Kisten eines Besseren belehrt. Es fanden sich nämlich gleich mehrere Sachen darin, die zu reparieren waren/sind, z. B. eine beschädigte Strumpfhose (der Herbst ist da, jetzt kann ich sie gebrauchen), ein Körnerkissen mit Brandloch, ein Tuch, das andauernd ausfranst, eine Mütze mit Loch, ein ausgefranstes Spültuch, ein geliebtes Langarmshirt mit Riss im Ellbogen, einen Brotkorb, den ich seinerzeit viel zu labberig genäht hatte und der eine Verstärkung brauch(t)e… Ich habe mich sofort hingesetzt und mit den Reparaturen begonnen. Unter dem Stichwort „Fix it“ findest du bei mir im Blog (soweit schon fertig) die Beiträge dazu und noch jede Menge mehr rund ums Reparieren.

Nach den Ufos ist vor den Ufos…

Neben dem Kampf, den ich den Kisten angesagt habe (alle sind noch nicht geleert, aber für den Moment ist das genug an gastbeitragstauglichen Inhalten), habe ich mich dieses Jahr auch den viel zu vielen Stoffvorräten gewidmet und mich dafür gleich zu Beginn des Jahres über die Schublade und zwei Restekisten mit Jerseystoffen hergemacht (gesichtet, ausgemistet/verschenkt, sortiert). Als eine Art Jahresprojekt hatte ich zu Beginn des Jahres eigentlich eine Babydecke aus Stoffresten im Auge. Mein Jahresplan ist noch nicht aufgegangen (ist ja erst Ende Oktober…), aber ich sammle weiter fleißig Stoffquadrate 16 x 16 cm aus Resten (Jersey und Sommersweat/French Terry) und an fast jedem Stoffstück hängen Erinnerungen an die Nähwerke, die ursprünglich daraus entstanden sind. ♥

Die Decke ist nun quasi ein neues Ufo. Wer weiß, vielleicht gibt es in einem nächsten Gastbeitrag von mir mehr dazu zu erzählen. 😉

Viele Grüße ♥
Anni | antetanni

 


verlinkt bei:  Creativsalat, Dings vom Dienstag,  froh und kreativ &

UFO – Let’s finish old stuff!!

8 Kommentare

  1. Hallo Anni,
    also ich finde auch, dass die Nähzimmer irgendwie immer zu klein sind. *G*
    Ich bin wie Du immer wieder am aufräumen, habe aber auch so Projekte hier liegen, bzw. noch gar nicht damit begonnen und komm‘ nicht recht weiter. Der Flickkorb wird immer mal wieder abgearbeitet, aber kaum ist er leer, kommt schon wieder was dazu, bäh! Ach ja, man nimmt jedes kleine Teil in die Hand und denkt, da könnte man doch….
    Schön, dass Du uns auf Deine Ordnungstour mitgenommen hast, ich lese so was gern und danach habe ich immer wieder Lust aufzuräumen.
    Liebe Grüße
    Manu

    1. Liebe Manu,

      vielen lieben Dank für deinen Kommentar, über den ich mich sehr freue. Mich motivieren Beiträge übers Aufräumen/Ordnung schaffen usw. auch immer sehr, selbst direkt Hand anzulegen. Hier gibt es noch viel zu tun, ich könnte noch Stunden über diverse Projekte schreiben. 😉 Bevor ich das aber tue, arbeite ich sie lieber weiter Stück für Stück ab. Ein Bloghop steht aus, für den ich am Wochenende einen Beitrag veröffentlichen darf, aber das Projekt macht sich auch nicht von alleine.

      Herzliche Grüße und auf dass wir weiter gut vorankommen

      Anni

  2. Hallo Anni,
    die Handytasche finde ich vom Schnitt und vor allem vom Stoff her super und viel zu schade, sie nicht fertig zu nähen. Und warum muss innen eigentlich immer ein anderer Stoff als außen sein?
    Liebe Grüße, Ulrike

    1. Lieben Dank für deinen Kommentar, Ulrike. Du hast absolut Recht, der Innenstoff muss doch eigentlich gar nicht immer ein anderer sein. Den Außenstoff für die Tasche hatte ich geschenkt bekommen, er ist sehr schön, fasst sich auch ganz toll an, lediglich der Blauton ist etwas „eigen“, sodass einfach kein Stoff aus dem Fundus so richtig dazu passen will. Ich schaue noch nach einem unifarbenen Stoff, vielleicht habe ich da noch was Passendes rumliegen, ansonsten gibt’s innen eben auch „glitzernde Federn“. ♥
      Liebe Grüße
      Anni

  3. Liebe Anni,
    Diese Tasche ist so schön. Die musst du fertig machen. Den Innenstoff genau so wie den Außenstoff warum nicht. Ich könnte mir aber auch gut einen hellblauen oder auch beige vorstellen. Aber wenn es nicht passt das Foto gibt Farben ja oft nicht richtig her. Allerdings hat man sich oft versteift. Mir hilft es dann die Stoffe nebeneinander zu legen und immer Mal wieder darauf zu sehen.
    Ordnung auch bei mir ein ganz großes Thema. Wie du schon schreibst bremst man sich oft selber aus. Weil man erst für ein Projekt Platz schaffen muss.
    Eigendlich hilft nur weniger Material.
    Aber natürlich ist es schön aus dem vollen zu schöpfen und wie wir im letzen Jahr gesehen haben hatten wir im Lockdown keine Langeweile.
    Liebe Grüße, Marita

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar, liebe Marita.

      Ich werde noch ein bisschen über den unifarbenen Stoffen brüten und schauen, ob einer passen könnte, ansonsten nähe ich aus dem Rest des ohnehin ja schon Reststückes eben auch die Innentasche. Oder entscheide ich mich womöglich doch gegen die Tasche… Nun, wir werden sehen. 😉

      Ich habe definitiv zu viel von allem im Nähzimmer und kann das niemals alles vernähen. Leider hatte ich gar keinen Lockdown, ich musste immer arbeiten und konnte mich weder ans Ausmisten oder Renovieren machen, aber gut, so ist es eben und so muss ich mühsam wie ein Eichhörnchen weiter an den Vorräten rütteln, um zu mehr Ordnung im Nähzimmer zu kommen. 🙂

      Herzliche Grüße

      Anni

  4. Liebe Anni,
    mein Nähzimmer ist definitiv auch zu klein! *lach*
    Ich finde es absolut beeindruckend, dass Du Dich den Kisten gestellt hast! So ist doch allerhand aus dem Weg gekommen. Egal, ob getrennt oder fertig gestellt oder repariert. Das ist klasse.
    Wir müssen da dran bleiben!
    Herzliche Grüße, auch an Dich, Annette,
    Elke

    1. YEAH, liebe Elke, und ich sage dir, DU hast einen großen Anteil daran, dass ich mich dieser Aufgabe gestellt habe und weiter stelle(n muss). Dein Enthusiasmus in Sachen Ausmisten ist Inspiration pur für mich und ich freue mich auch so sehr, dass schon drei kleine und zwei große Kisten leer sind. Ich habe aber noch ein bisschen was vor mir, aber egal, jede Kiste, sogar jedes noch so kleine Stück zählt.
      Herzensgrüße und klaro bleiben wir dran (ich bitte darum, ich brauche die weiter als Anschub *lach*)
      Anni

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