Ihr Lieben, ich hatte versprochen, von unserer Japanreise im letzten Jahr zu erzählen. Es war ein großes Erlebnis, und dieses Versprechen möchte ich nun einlösen. Wir haben viel gesehen und gefühlt unzählige Fotos gemacht. Deshalb habe ich den Reisebericht in drei Teile gegliedert. Teil 1: Tokio, Teil 2: Toba, Toyooka, Teil 3: Kyoto und Osaka.
Und los geht es!….
Am 22. Juli 2024 reisten wir nach Japan. Der Flug dauerte 17 Stunden, nach 15 Stunden hatten wir eine Zwischenlandung in Qatar, dann ging es weiter nach Tokio. Der Aufenthalt im Transitbereich des Hamad International Airport (DOH) war interessant. Noch nie zuvor hatte ich einen Park mit echten Bäumen mitten in einer Flughafenhalle besucht.

Bei unserer Ankunft betrug die Außentemperatur um Mitternacht 39 °C. Umso angenehmer war es, die Wartezeit in der klimatisierten Garden Lounge von Qatar Airways zu verbringen. Nach dem langen Flug tat es gut, sich etwas zu bewegen. Die Garden Lounge ist sehr luxuriös, was sich auch in den Preisen widerspiegelt: Ein Liter Evian-Mineralwasser kostete 26,00 QAR, umgerechnet etwa 6,10 Euro. Da haben wir ganz schön mit den Augen gerollt.

Am Keisei Narita Airport in Tokio angekommen kauften wir uns zuerst Liner Tickets für die Bahn, um bequem zum Hotel zu gelangen. Das Guest House Wagokoro ist ein kleines, familiengeführtes Hotel, im Stadtteil Arakawa-ku. Es liegt nur 8 Gehminuten vom JR-Bahnhof Nippori entfernt. Das Hotel hat kein Restaurant, aber eine Gemeinschaftsküche, in der man selbstgekaufte Nahrungsmittel zu sich nehmen kann. Wir haben einige Male im 7/11 eingekauft und am Abend dort gegessen.

Ganz in der Nähe des Hotels gibt es eine Bäckerei mit Frühstückslokal, die Higurashi Bäckerei, dorthin sind wir jeden Morgen spaziert. Die Entfernung vom Hotel ist nur ca. 200 m. Es gibt leckeren Kaffee, Tee und köstliche Backwaren, die Comic Figuren ähneln.

Gleich am ersten Tag hatten wir uns einen Stadtführer gebucht, der uns 6 Stunden zu Fuß durch Tokio führte. Er gab uns viele Tipps, u.a. auch wie man besser mit der Hitze klarkommt. So war unser erstes Ziel ein Supermarkt. Dort kauften wir uns leichte UV-Schirme und kleine, spezielle Frotteetücher, die wir uns um den Hals legten, um den Schweißfluss aufzuhalten. Das Handtuch hat auch den Vorteil den Nackenbereich vor Sonnenbestrahlung zu schützen. Ich war dankbar für diese Tipps. Ende Juli sind die Temperaturen sehr hoch und durch die hohe Luftfeuchtigkeit ist das Klima sehr gewöhnungsbedürftig. Unser Stadtführer Hiroki war ohne Schirm unterwegs, das hat uns sehr gewundert. Ich war sehr glücklich über diese Sonnen-Schutzmaßnahmen.

Zuerst erkundeten wir Nishinippori, die Altstadt Tokios. In Taito Yanaka besuchten wir das Shitamachi Museum Annex, wo ein traditionelles Sakegeschäft aus der Edo-Zeit zu sehen ist. Oben vom Dach aus hat man einen schönen Blick über den Stadtteil. Dann spazierten wir weiter zum Ueno Park in Taito, in dem es viele, schöne Sehenswürdigkeiten gibt.

Als wir auf den großen See blickten, entdeckten wir die riesigen Blätter der Lotus Pflanzen. Leider waren die Blüten am Mittag schon wieder geschlossen. Trotzdem war es ein tolles Erlebnis für uns! Ich hatte nicht daran gedacht, dass Lotos Blüten eine solche Größe (15-20 cm) erreichen können. Ein Lotos-Meer mitten in Tokio.

Dann kehrten wir in ein typisches japanisches Restaurant, das Kamonka Ueno Babboo Garden ein und aßen zu Mittag gegrilltes. Den Tisch hatte unser Reiseführer für uns reserviert. Wir wurden an einen runden Tisch mit Feuerstelle geführt. Wir bestellten Essen nach Hirokis Empfehlungen und der bebilderten Menü-Karte. Alles wurde auf einem Tablett mit kleinen Schälchen gebracht. Reis, Salat, eingelegte Algen, Gemüse und Fleisch. Das Fleisch war roh und wir haben es auf der Feuerstelle, die sich in der Tischmitte befand, gegrillt. Alles schmeckte einfach köstlich. Zum Essen wurde heißer grüner Tee, お茶, ocha gereicht.

Nach dem Essen ging die Entdeckungstour im Ueno-Park weiter.
Vor dem Betreten des Ueno-Tōshō-gū-Schreins, wie auch vor vielen Tempeln, findet ein symbolisches Reinigungsritual statt, das als Temizuya (auch Misogi) bezeichnet wird. Dabei werden mit einer Schöpfkelle die Hände gereinigt, teilweise auch der Mund ausgespült. Letzteres haben wir ausgelassen, da uns die Nutzung der Kellen dafür zu unhygienisch erschien und wir niemanden beobachteten, der dies tat.

Oben auf dem Dach der buddhistischen Tempelanlage Kan’ei-ji gab es einen schönen Blick auf einen rundgewachsenen Baum. Klar, musste mein Mann ein Foto dort von mir machen.

Wir besuchten den prachtvollen Ueno Toshogu-Schrein, der im Jahre 1627 erbaut wurde. Die goldene Fassade aus der Edo-Zeit ist reich mit Schnitzereien und Glattgold verziert.
Eine sehr schöne Anlage. Anschließend führte uns Hiroki durch eine Straße mit Marktständen in Taitō–Ueno, in der die Händler ihre Waren direkt auf der Straße anboten. Neben Fleischwaren, Fisch und Meeresfrüchten gab es auch Obst, Gemüse, Gewürze, Süßigkeiten, getrocknete Produkte sowie fertig zubereitete Speisen. Die Auswahl war groß und alles wirkte sehr frisch. Hochwertige Lebensmittel haben in Japan einen hohen Stellenwert.
Unsere erste Nacht war unruhig. Die Zeitverschiebung und das Klima machten mir zu schaffen und ich hatte am Tag zuvor nicht genügend getrunken. So dass ich gleich am nächsten Morgen einen Unfall erlitt. Ich stürzte auf dem Weg zum Frühstückslokal über einen Bordstein. Bei dem Sturz brach mein linker Arm, eine Speichenfraktur, wie sich später herausstellte.

Zurück im Hotel begleitete uns eine Hotelangestellte zu einer orthopädischen Arztpraxis, sie half uns bei der Übersetzung vom englischen ins japanische, damit wir den Unfallhergang genau beschreiben konnten. Der Arzt hatte so viele Fragen. Die Verständigung erfolgte überwiegend mithilfe von Google Translate, was gut funktionierte. Glücklicherweise ist die medizinische Versorgung in Japan sehr gut. Wir sind vielen hilfsbereiten Menschen begegnet. Diese beiden Damen aus dem Hotel überraschten mich am nächsten Morgen mit einem Blumenstrauß, Geburtstagsblumen für mich. Ich habe mich wirklich sehr über diese Überraschung gefreut.

Für meinen Geburtstag hatten wir bereits von zu Hause aus Karten für das teamLab Planets TOKYO DMM gekauft. Der Onlinekauf war etwas günstiger als der Erwerb an der Tageskasse. Das teamLab Planets ist ein supermodernes Kunstmuseum für digitale Kunst, das 2018 eröffnet wurde.
Zunächst durchliefen wir ein scheinbar unendliches Kristalluniversum, das mit LED-Lichteffekten und Sound arbeitete. Anschließend führte der Weg durch einen Gang mit knöcheltiefem Wasser. Dafür hatten wir zuvor die Schuhe ausgezogen und waren barfuß unterwegs. Der Gang mündete in einen großen Raum, in dem virtuelle Koi-Fische im Wasser schwammen.

Dann ist da noch ein Raum mit frei schwebendem Licht-Kugeln. Man kann an ihnen vorbeilaufen, sich verstecke und wieder finden. Durch Berührung ändert sich die Farbton. Das hat uns sehr gefallen.

Ein anderer Raum war vollständig mit Spiegeln ausgestattet und zeigte echte Orchideen, die scheinbar frei in der Luft schwebten. Die Atmosphäre dort war sehr eindrucksvoll, für einen Moment habe ich sogar den gebrochenen Arm vergessen.

Natürlich wollten wir uns auch die berühmte Straßenkreuzung Shibuya Crossing ansehen. Sie liegt im Stadtteil Shibuya, im gleichnamigen Bezirk, direkt vor dem Hachikō-Ausgang des Bahnhofs Shibuya. An dieser Kreuzung treffen fünf Zebrastreifen aufeinander. Wenn die Ampeln gleichzeitig auf Grün schalten, überqueren gefühlt Tausende Menschen aus allen Richtungen gleichzeitig die Straße. Das ist ein beeindruckendes Schauspiel, begleitet von zahlreichen Touristinnen und Touristen, die sich beim Überqueren fotografieren oder filmen. Da wir Lust auf eine Tasse Kaffee hatten, landeten wir zufällig im Gebäude eines Starbucks. Von der oberen Etage aus hat man einen guten Blick auf die Fußgängermassen, die aus unterschiedlichsten Richtungen über die Kreuzung strömen.

Uns war klar, dass dieser Urlaub viele Touristen-Ziele hat. So waren wir auch auf dem Tokyo-Skytree, denn Männer müssen immer auf den Turm *lach*. Glücklicherweise war die Sicht hervorragend.

Und, meine Männer hatten Baseballtickets der Tokyo Yakult Swallows gekauft, um im Stadion ein Spiel anzusehen. Ich blieb im Hotel und ruhte mich aus. Am nächsten Tag waren wir im MORI ART Museum (MAM). Das Museum befindet sich im 53. Stock des Mori Towers im Zentrum der Roppongi Hills. Dort gibt es moderne japanische und internationale Kunst zu sehen.
Was ich aber unbedingt in Tokio sehen wollte, war die Tokio Fabric Street. Eine lange Straße, voll mit Stoffgeschäften, um die 100 Geschäfte. Annette im Paradis!

So vergingen die Tage in Tokio und bald stand die Weiterreise mit dem Zug an. Dazu mehr in „Unsere Japan Reise – Teil 2“, der in den nächsten Tagen erscheint.
Liebe Grüße

-
- Vorbereitung: YouTube: „Lena – Japan Hautnah“
- Reiseführer in Tokio (Kontaktinfos auf Anfrage)
- Guest House Wagokoro: Präfektur Tokyo, Tokio, Arakawa-ku, Higashinippori 6-34-9, Tokio
- Higurashi Bäckerei: 2-6-7 Nishi-Nippon, Arakawa-ku, Tokio (8:00 Uhr – 18:00 Uhr).
- Ueno-Park Restaurant: Kamonka Ueno Babboo
- teamLab Planets TOKYO DMM: 6 Chome-1-16 Toyosu, Koto City, Tokyo 135-0061, Tokio
- Mori Art Museum: in Minato City – Roppongi Hills Mori Tower, Tokio
- Tokio Fabric Street – https://www.nippori-senigai.com/en/shop_tag/patchwork-en/


