„Hefte raus!“ – los geht’s

Nun geht es mit der eigentlichen Anleitung zum Einschlagen von Schulheften & -Büchern mit Papier weiter (Teil 2). Wer noch einmal die Vorgeschichte, benötigte Materialien & Hinweise nachlesen möchte, findet diese in Teil 1.

Um mich nicht zu viel mit dem Lineal & dem Messen zu traktieren, schneide ich das Papier so zirka von der Rolle & lege dazu einfach vier Schulhefte nebeneinander mittig auf das etwas abgerollte Geschenkpapier – ergibt 2 Umschläge. Die möglichen Ränder zum Umknicken oben & unten ergeben sich dann von selbst, das sind jeweils zirka
2 cm bei einer Rollenbreite von 70 cm. Für die einzuschlagenden Seiten links & rechts verwende ich jeweils 4-5 cm, geschätzt.

Mit dem Papier-Slicer fahre ich erst an der Rolle entlang & teile dann das endstandene Papierstück quer in zwei Teile. Dazu den Bogen knicken & diesen Knick 2 mm schmal mit der Schere abschneiden.

 

 

Nun geht die Erklärung für den einzelnen Umschlag weiter:

1. Den Bogen längs zur Hälfte falten, das geht am besten mit innenliegendem Heft.

Beim Einschlagen selbst arbeitet man immer an der auf dem Tisch liegenden Seite, der Widerstand beim Falten liefert einfach gute Ergebnisse!

2. Nun das überstehende Papier der untenliegenden Heftrückseite genau an der Kante
nach innen schlagen & festdrücken. Dieser Arbeitsschritt erfordert etwas Druck,
damit die ganze Schose nicht verrutscht.

 

Hefte umweltfreundlich einschlagen

 

 

3. Nun das Päckchen umdrehen, es dabei gut festhalten, sodaß die zweite Seite unten
liegt & genau an der Kante entlang einschlagen.

4. Das innen liegende Heft in der Höhe mittig ausrichten, wieder zuklappen. Jetzt folgen die Einschnitte für den Heftrücken. Im Winkel von zirka 45° jeweils oben & unten einen Schnitt bis zum Beginn des Heftes machen. Der Abstand zwischen den Schnitten beträgt je nach Heftdicke ungefähr 1 cm, diesen Teil nach innen einschlagen & ggf. festkleben, das hält die Sache für den Anfang stabiler. Das Ganze natürlich für oben & unten!

 

 

 

5. Um die Kante des schräg geschnittenen Streifens, der später umgeklappt wird, zu stabilisieren, faltet man den Rand ein Mal knapp nach innen. Diese Lasche bleibt bei mir beweglich; sie wird nicht geklebt.

 

 

6. Nun die auf dem Tisch liegende Seite oben & unten einschlagen, dabei die bereits eingeschlagene Seite auffalten, mit in die neue Faltung nehmen & danach wieder
einklappen: 1. Hälfte fertig.

 

 

7. Heft umdrehen, sodaß die noch nicht eingeschlagene Seite auf dem Tisch liegt & den vorherigen Abschnitt wiederholen: 2. Hälfte fertig.

8. Nun die Luft aus dem Heft-Päckchen herausdrücken & an beiden Seitenlaschen oben & unten je ein Klebeplättchen anbringen & damit die Laschen befestigen. Ich fixiere mit einem weiteren Kleb auch das Innere des Oben+Unten-Einschlags, das braucht man aber nicht unbedingt – insgesamt benötigt man also 4 bzw. 8 Klebe-
plättchen.

 

 

Die Klebeplättchen haben im Gegensatz zum Klebestift den Vorteil, daß sie sich beim Heftwechsel, ohne das Papier zu zerreißen, leichter öffnen lassen. Zum Wieder-
verschließen klebt man einfach ein neues auf. Mit etwas Übung gelingt der Heftwechsel aber auch ohne Öffnen des Umschlags.

9. Nun noch die Beschriftung anbringen.

 

 

Die Farbwünsche der Lehrer in der Grundschule lassen sich recht ordentlich abbilden, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint. Gut, man findet nicht alle Farben an einem Ort & nicht auf einen Schlag. Aber, wenn man die Augen offen hält… Es gibt das von mir benutzte Kraftpapier auch in uni + zweifarbig, schwubs, hat man mit einer Rolle gleich zwei Farben abgedeckt.

Meine Erfahrung zeigt, daß die Umschläge ein Schuljahr aushalten, na ja, das ist sehr vom Kind abhängig. Ab & an ein Stück Papierklebeband aus dem Baumarkt hilft beim Überleben & wenn es denn gar nicht mehr geht, wird der alte Umschlag im Papiermüll entsorgt & es gibt fix einen neuen, auch unterjährig.

Es sei auch noch erwähnt, daß die Fertigkeiten steigen, was sich in der Geschwindigkeit niederschlägt. Tatsächlich gestoppt habe ich die Zeit nicht, aber geschätzt braucht ein Umschlag inzwischen nicht mehr als sechs/sieben Minuten & das steht für mich in einem guten Verhältnis: kleiner Beitrag – Ressourcen geschont & preiswert ist es auch. Vor allen Dingen aber hoffe ich, die Idee in die Köpfe der Kinder zu legen, weil mir immer wieder vor Augen schwebt: wie viele Kinder in allen Schuljahren & allen Schulen brauchen jährlich wie viele neue Umschläge?!

Ich hoffe, der ein oder andere fühlt sich inspiriert… denn Zeit bis zum Start des nächsten Schuljahres gibt es ja noch. Die Materialliste gibt es in Teil 1.

Gutes Gelingen wünscht Euch

                                                    Hanka – Aknahnaeht

 


verlinkt mit Andreas Samstagsplausch 28/22 und am Dienstag mit dem Creativsalat 28/2022. 

2 Kommentare

  1. Liebe Hanka,
    Vielen Dank für die tolle Anleitung! Ich kann mich auch noch dran erinnern, dass es früher die Plastikhüllen gab. Aber als ich größer war, gab es sogar recycelte Papierumschläge. Ich glaube, nach ca 25 Jahren liegen die immer noch irgendwo rum. 😅
    Liebe Grüße, Rike

    1. Guten Abend, Friederike,
      ja, es stimmt, vor zwei/drei Jahren habe ich auch mittelfeste Papp-Umschläge für A5 entdeckt, & ich dachte: guck, alles, was gut & bewährt ist, kommt wieder oder hat Bestand. Freut mich, wenn Du es mal probierst & danke für Deinen Kommentar.
      Einen herzlichen Gruß von aknahnaeht

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