Sashiko – Gastbeitrag von Jennifer aka yokokudo88

皆さんこんにちは
私の名前はジェニファーです. どぞよろしく。
刺し子について書きます

Wenn Ihr jetzt nur japanisch verstanden habt dann kann ich Euch da helfen.

Hallo zusammen,
ich heiße Jennifer und freue mich Euch kennen zu lernen. Ich schreibe heute über Sashiko. Aber bevor wir in die Welt Japans eindringen, noch ein paar Worte zu mir:
Ich nähe aktiv Patchwork seit ich 19 bin. Kleider nähen war nie mein Fall. Ich liebe Japan und die damit verbundene Kultur. Deswegen findet Ihr mich bei Instagram unter yokokudo88. Seit Februar 2022 bringe ich jeden ersten des Monats mein Online Magazin The Quilted Times raus. Dort findet Ihr Interviews mit Quiltern/Designern, Shopvorstellungen, Buchrezensionen, Veranstaltungsberichten und vieles mehr. Ich bin individuelles Mitglied in der Modern Quilt Guild, aber bin in keiner Gildengruppe. Ich arbeite gerne mit modernen Stoffen und bei mir darf es knallen. Ich tu mich manchmal schwer aus dieser Komfortzone rauszugehen und was Neues auszuprobieren. Deswegen teste ich sehr gerne Schnittmuster, um aus der Zone zu entfliehen und meinen Horizont zu erweitern 🙂 Danke an Annette, dass ich meine Freude an Sashiko mit Euch hier teilen darf. Aber jetzt ist genug von mir und rein ins Abenteuer Sashiko. Viel Spaß 🙂

Was ist Sashiko?
Sashiko (刺し子) kommt aus Japan und bedeutet Stäbchen. Ursprünglich war Sashiko eine Reparaturtechnik, die sich im Laufe der Zeit zu einer Verziertechnik entwickelt hat.
Sashiko wird traditionell mit der Hand genäht. Es gibt auch Nähmaschinen, die den typischen Sashiko Stich imitieren können, aber ich befasse mich hier mit der Kunst des Handnähens.
Bei Sashiko wird der Vorstich genutzt und es wird ohne Stickrahmen gearbeitet. Außerdem wird immer der kürzeste Weg beim Sticken gewählt.

Bildvorlage von Pixabay – lizenzfrei

Es werden so viele Stiche wie möglich auf einen Schlag genäht. Es gibt sehr viele Muster, die eine lange Tradition und symbolische Bedeutung haben. Die Bedeutungen können aus dem Shintoismus kommen oder aus alten Geschichten und historischen Gegebenheiten der Kaisertradition. Hier habe ich mal einige erklärt, es gibt natürlich noch viel mehr:

Nowaki
In diesem Kontext bezieht sich Nowaki auf „vom Wind verwehte Gräser.“ Dieses wunderschöne Sashiko-Muster hat sich wahrscheinlich aus den Wurzeln der Fischergemeinden an der Küste entwickelt. Es zeigt die Form von Dünengräsern in einer starken Meeresbrise und repräsentiert sowohl Widerstandsfähigkeit als auch die Stärke eines einzelnen Grases. 

Asanoha (麻の葉)
Das Motiv des Hanf- oder Flachsblatts (asa – Hanf; no – eines; ha – Blatt) wurde oft in buddhistischen Schmuck verwendet, um strahlendes Licht oder das innere Licht der Seele darzustellen. Später war es Tradition, dass Neugeborene Kleidung mit diesem Muster angezogen bekamen, damit das Kind stark und gesund wird.
Dies ist eines der bekanntesten und beliebtesten traditionellen Sashiko-Muster, das heute verwendet wird.

Seigaiha (青海波)
Das Blaue Wellen Muster geht zurück auf das 6. Jahrhundert. Damals wurde diese Stickerei als Talisman genutzt die die Wellen des Glücks darstellten. 

Shippo-Tsunagi (七宝つなぎ)
Das Shippo-Tsunagi hat eine reiche und facettenreiche Geschichte. Es ist ein geometrisches Design. Es besteht aus Kreisen, die durch eine spezielle Anordnung noch mehr Kreise und Ellipsen darstellt. Das Wort Shippo bezieht sich auf die Edelsteine ​​im Buddhismus. Das Muster wird sehr oft mit Blumen in der Sashiko Stickerei kombiniert.
Aufgrund des geometrischen fließenden Effekts der sich schneidenden Kreise, wurde dieses Muster vor allem als Symbol für endlosen Frieden und Glück sowie als Talisman für „unendliche Fruchtbarkeit und Familienwohlstand“ verwendet.

Sashiko — Origins and Designs 
Bildquelle: Indigoniche, Sashiko-origins and Designs

Sashiko — Origins and Designs

Ich habe im Zuge meiner Recherche eine Internetseite gefunden, wo Ihr Euch noch weitere Bedeutungen verschiedener Muster ansehen könnt, da ich in meinem Blogpost sonst nicht zum Ende kommen würde:

Die Bedeutung von traditionellen japanischen Mustern.

Es gibt aber auch Motive, die im Sashiko-Stil genäht werden wie hier:

Bildvorlage von Pixabay – lizenzfrei

Für was wird Sashiko benutzt?
In Japan werden traditionell Taschentücher, Handtücher, Servietten und Teesets bestickt. Man kann auch ein Furoshiki oder ein Kissen besticken. Ich habe in Japan Sets gesehen für Wandbehänge und Tischläufer. Es gibt meiner Meinung nach keine Grenzen, für was man alles Sashiko nutzen kann. Ich nehme es gerne als Akzent in meinen Arbeiten.  

Bildquelle: Jennifer Daum – yokokudo88

Materialien
Traditionell wird mit weißen oder dunkelblauen Baumwollfaden gearbeitet. Als Stoff wird bei weißem Garn ein dunkelblauer Stoff genutzt und bei dunkelblauem Garn ein weißer Stoff. In der japanischen Kultur wird durch das Reduzieren der Fokus auf das Eigentliche gelenkt. Man sieht das zum Beispiel auch bei der japanischen Blumenkunst Ikebana, – weniger ist mehr.

Für das Sashikosticken eignen sich Baumwollwebware, Leinen Stoffe und Seide.
 
Die bekannteste Marke die Sashiko Materialien anbietet ist Olympus.
Diese bietet Garn in verschiedenen Farben und Längen an. Darunter auch Verlaufsgarn, wenn man sich nicht für eine Farbe entscheiden kann. Das Garn ist sehr eng verdreht und besteht aus sechs Fäden die aber, anders als bei Kreuzstich, zusammenbleiben und nicht getrennt werden.

Um sein Sashikoabenteuer zu beginnen, empfehle ich ein vorgedrucktes Kit zu kaufen. Es ist einfacher wenn das Muster schon zu sehen ist und man es einfach nachnähen muss. Es gibt eine sehr große Auswahl an Kits, die Ihr Euch hier ansehen könnt. Von traditionellen Mustern über saisonale Motive. Für jeden ist etwas dabei.

Bildquelle: Jennifer Daum – yokokudo88

Außerdem braucht man eine Sashiko Nadel. Hier kann ich die Nadeln der Firma Tulip empfehlen, sie sind sehr scharf und gleiten dadurch sehr gut durch den Stoff. Eine Sashiko Nadel ist sehr lang (1,75“, 2,02“, 2,62“), da man ja auch versucht so viele Stiche auf einmal zu nehmen wie man kann. 

Sashiko Techniken

Moyozashi
Moyozashi nutzt den Vorstich um lineare Motive zu kreieren. Das Design entsteht, indem durchgehende Linien über die Stoffoberfläche genäht werden. Moyozashi ist das, was wir unter dem Begriff Sashiko kennen.

Bildquelle: Jennifer Daum – yokokudo88

Koginzashi (こぎん刺し)
Kogin bedeutet kleines Tuch und ist eine Art gestopfter Stickerei aus dem Tsugaru-Distrikt von Honshu.  Hier wird es mit dem dickeren Kogin-Sashiko-Baumwollfaden genäht, um den „fetten Reiskorn“-Effekt jedes Stichs zu verstärken, aber die Designs werden durch Zählen und Überziehen mehrerer Fäden im Stoff hergestellt. Das bedeutet, dass die Stichlängen nicht gleich lang sind und dass auch die Abstände zwischen den Stichen variieren können.

Hitomezashi
Hitomezashi arbeitet mit einem Raster. Das Sashiko ist auch im Vergleich zum klassischen kleiner gearbeitet. Wenn ich Hitomezashi verwende, arbeite ich mit einem 1/4“ Raster. Wenn man es größer macht, werden die Stichabstände größer und die Stabilität des fertigen Werkes ist nicht mehr gegeben. Man kann dann z.B. am Garn hängen bleiben. Hitomezashi ist ein sehr grafisches Muster. Ich arbeite sehr gerne mit Hitomezashi da ich bei dieser Technik nicht viel denken muss wo mein nächster Stich hin muss, da ich ja ein vorgezeichnetes Raster habe. Beim Hitomezashi wiederholt sich das Muster sehr oft in regelmäßigen Abständen. Schon 4 Stiche können zu einer Wiederholung kommen.

Bildquelle: Jennifer Daum – yokokudo88

Kugurizashi
Kuguru heißt übersetzt durchlaufen. Hier wird auch ein Raster gestickt und dann werden Fäden durch das entstanden Raster „gewebt“. Ich finde diese Technik sehr gut, da man mit wenig Aufwand ein schnelles Ergebnis erzielen kann. 

Bildquelle: Jennifer Daum – yokokudo88

Es gibt noch weitere Techniken, aber das sind eigentlich die gängigsten. 

Ich hoffe ich konnte Euch das Thema Sashiko näherbringen. Es wird noch einen zweiten Teil der Sashiko Reise diesen Monat geben, wo ich Euch noch mal im Detail eine Technik zeige 🙂

Bis dahin

Eure Jennifer

 


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4 Kommentare

  1. Ein Beitrag zu einem Thema, dass mir schon lange gefällt.
    Ich finde sehr informativ geschrieben und sehr schön erklärt so dass man Lust bekommt sofort loszulegen.
    Jennifer du könntest uns doch mal in Heidelberg bei Annettes“s Nähtreffen besuchen mit diesem Thema ;-). Da würden bestimmt noch andere Interesse daran zeigen.
    Grüssli Claudia

    1. Hallo Claudia,

      danke für die Idee, aber das lässt sich eher schlecht umsetzten bei meinen Arbeitszeiten da ich Schichtdienst mache. Zudem kommt hinzu dass ich kein eigenes Auto habe um spontan wo hin zufahren. Was gehen würde, wäre ein online Treffen.

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