Zu Gast in Augensternswelt: Ines – Nähzimmerplaudereien

Hallo Ihr Lieben!

Heute darf ich einen Gastbeitrag hier auf Annettes Blog „Augensterns Welt“ schreiben.
Mein Name ist Ines und ich blogge seit fünf Jahren unter dem Namen „Nähzimmerplaudereien“ (Instagram: @naehzimmerplaudereien) über meine verschiedenen Nähwerke. Nach einigen Jahren Studium und Berufstätigkeit im Süden und Norden Deutschlands, bin ich nun seit 16 Jahren wieder in meinem Geburtsort im Südwesten Deutschland, wo ich mit meiner Familie – in einem großen Haus mit einem eigenem kleinen Nähzimmer und viel Platz drumrum – lebe. Ich nähe leidenschaftlich gerne und eigentlich auch alles: Kleidung, Patchwork, Taschen und was mir sonst so unter die Nähmaschine kommt. Beim Nähen liebe ich speziell das Handwerkliche daran sehr. Daher probiere ich gerne ein interessantes Schnittmuster aus. Neben dem Nähen an sich schreibe ich auch gerne Nähanleitungen: ab und zu veröffentliche ich ein Tutorial bei mir auf dem Blog oder schreibe Artikel auf dem BERNINA Blog.

Mein Gastbeitrag soll sich um das Thema „Ufo“ (= unvollendete Projekte) drehen. Eine Expertin auf diesem Gebiet bin ich nicht, denn eigentlich mag ich kein UFOs haben: Da ich selbständig mit saisonal stark schwankendem Arbeitsaufkommen arbeite und eine Familie mit vier Teenie-Söhnen habe, kann ich mir meine Nähzeit zwar meist frei einteilen, dennoch ist sie limitiert. Dazu kommt noch meine schwäbisch-hohenlohische Familienprägung:

  • lieber zügig etwas „wegschaffen“, als es ewig rumliegen lassen
  • konsequent eine Sache zu einem Ende bringen
  • sparsam mit Material und meiner Zeit umgehen und
  • am besten nichts Unnötiges machen.

Diese Prägung hilft mir immer wieder, in mein Nähen Struktur zu bringen. Diese darf sicher an manchen Stellen noch besser werden, doch habe ich in den letzten Jahren bezüglich Ufos so einiges gelernt und versuche, mich immer wieder daran zu erinnern und mich daran zu halten. Das heißt jetzt nicht, dass ich immer die nachfolgenden Punkte einhalte – gelegentliche Ausrutscher davon gibt es schon!

1. Nur nähen, was mir gefällt

Das hört sich komisch an, denn wer von uns näht schon etwas, was ihm nicht gefällt. Ich meine damit auch eher die Grauzone „probiere ich halt mal“ – entweder weil es gerade alle in der Nähszene nähen oder weil ich den Stoff nun eben habe. Mittlerweile handhabe ich es so, dass ich ein Projekt abbreche und es entsorge, wenn sich herausstellt, dass ich mit Stoff/Schnitt nicht zurechtkommen. Ich mag meine Nähzeit nicht mit Projekten verschwenden, die ich nicht mag oder die nicht gelingen mögen. So habe ich ein Kleid entsorgt, dessen Stoff mich nicht wirklich angesprochen hat (ich brauchte ein Kleid und kaufte den Stoff gegen mein Gefühl – er gefiel mir eigentlich schon im Stoffladen nicht) und sich dann Schnitt samt Anleitung auch noch als Katastrophe herausstellte.

So sortiere ich auch jedes Mal, wenn ich mein Nähzimmer aufräume, Stoffe aus. Dies betrifft speziell Kleidungsstoffe. Da habe ich vor längerer Zeit manchmal Stoffe gekauft, von denen ich mittlerweile weiß, dass ich sie nie vernähen werde. Manchmal verschenke ich den Stoff, manchmal landet er in der Altstoffsammlung. Oder ich nähe bei einem neuen Schnitt bewusst ein Probemodell aus diesem Stoff und ärgere mich dann nicht, dass ich einen Lieblingsstoff zu einem eventuell unpassenden Stück vernäht habe.

2. Ich darf nur ein Projekt auf dem Nähtisch haben

Normalerweise beginne ich ein Projekt erst, wenn das vorherige abgeschlossen ist. So sehr es mich manchmal reizt, „schnell mal“ das nächste Projekt anzuschneiden, achte ich darauf, zuerst das gerade aktuelle Projekt zu beenden, den Nähtisch leerzuräumen, dann angesammelte Flickarbeiten zu erledigen und erst dann den nächsten Stoff an- und zuzuschneiden. Lediglich bei großen Quilts kann es sein, dass ich parallel zwei Projekte habe. Daher ruhen bspw. alle Materialen und Schnittteile für den Elefanten (Elephant Abstraction Quilt von Violetcraft) in einer Kiste, bis sich ein längeres Zeitfenster auftut, um ihn „am Stück“ zu nähen.

Wenn ich einen Kurs besuche, egal ob Taschen- und Quiltkurs, dann stelle ich das darin angefangene Projekt innerhalb der nächsten Tage fertig – meist steckt ja viel Mühe und gutes Material in einem solchen Projekt. So war es mir ein inneres Bedürfnis, meinen in einem Longarmkurs begonnenen Miniquilt innerhalb der folgenden Woche fertigzustellen: Samstag und Sonntag gequiltet, am Donnerstag hing er über dem Sofa – hier trieb mich zusätzlich, dass ich das fertige Stück „haben“ wollte!

Auch bei Nähen von Kleidung nähe ich ein Kleidungsstück komplett fertig, lasse es also nicht liegen, weil „nur noch“ die Knöpfe oder Knopflöcher fehlen. Bevor ich mich an ein anderes Projekt setze, kann es sein, das ich bspw. mit der fast fertigen Bluse in den Stoffladen fahre und die passenden Knöpfe kaufe, die ich dann auch anschließend annähe. Oder bei Shirts nähe ich alle Säume, auch wenn ich dafür von der Overlock auf die Coverlock umfädeln muss und anschließend die Fadenfarbe eigentlich wieder an der Overlock benötige.

3. Ich darf an keinem Quiltalong mitmachen darf, der sich über mehrere Monate zieht.

Wenn ich bei einem sogenannten BOM (Block of the month, also eine monatliche Blockaktion) schwach werde, sammeln sich diese Blöcke und ich brauche viel zu lange, bis ein Quilt daraus wird. So gern ich meine sogenannten „Schweizer Blöcke“ mag: Ich habe sie immer noch nicht zusammengenäht.

Als Anreiz, diese von mir sehr geliebten Blöcke zusammenzunähen, habe ich mich nun endlich für ein Layout entschieden und entsprechend Stoff für den Hintergrund dafür gekauft.

Wenn ein QuiltAlong oder entsprechend ein Sewalong bei Kleidung nur über wenige Wochen geht, ist das für mich besser. Dann bleibe ich bei der Stange. So ging es mir mit dem Quiltalong des Mosaic Jig Medaillion Quilt, bei dem ich im Prinzip keine Pause einlegte.

oder beim Sewalong für ein Etuikleid, der sich auch nur über eine kurze Zeit erstreckte.

Aktuell nähe ich beim Quiltalong des Meadowlandquilts mit, der geht aber nur über 6 Wochen und ich habe das Ziel, diesen Quilt in Händen zu halten und über das neue braune Sofa zu legen und ihn dort zu nutzen.

Besonders gut komme ich damit zurecht, wenn zu Beginn eines QuiltAlongs alle benötigten Teile zugeschnitten werden und dann pro Woche eine bestimmte Anzahl Blöcke bzw. Reihen zu nähen sind.

Hier nähe ich je Woche fünf Blöcke, packe diese an die Designwand und erst wenn diese fünf hängen, nähe ich an einem anderen Projekt.

4. Ich darf nichts nähen, wenn ich nicht weiß, wofür

Mich hat bspw. die Teilnahme an der Aktion 100Tage100 Blöcke unheimlich gereizt und ich habe es auch geschafft, 100 Blöcke zu nähen und diese an 100 Tagen auf Instagram zu zeigen. Ich habe aber für diesen riesigen Quilt im Moment keinen Bedarf – also liegen die 100 Blöcke immer noch in der Kiste und warten auf einen Zweck, zu dem sie dann zu einem Quilt vernäht werden.

Schwierig ist das manchmal, wenn ich Patchworkblöcke zur Probe für Designerinnen nähe. Meist soll nur der einzelne Block ausprobiert werden. Für mich habe ich jetzt die Lösung gefunden, diese Blöcke sofort zu einem Kissen, Tischläufer oder Miniquilt (die hänge ich auf) zu verarbeiten.

Ich habe auch zwei Kisten, in denen ich nach Designerin die einzelnen Blöcke sammle, so dass die Blöcke von Stil und der Technik eigentlich gut zusammenpassen. Ich achte dann darauf, dass ich einen gleichen oder zumindest gut zusammenpassende Hintergrundstoffe verwende, so dass die Blöcke dann irgendwann zu einem Babyquilt oder ähnlichem vernäht werden können.

Meine Nähfreundin Karen vom Blog „Easypatchwork“ hat einen Artikel (allerdings in Englisch) auf ihrem Blog auch zu diesem Thema veröffentlicht („Quality vs Quantity), in dem sie u.a. sich mit ihrem „Nähoutput“ auseinandersetzt.

5. Ich darf nicht an Blocktauschaktionen teilnehmen

Solche Blocktauschaktionen sind eigentlich tolle Aktionen: Man näht Blöcke in einem bestimmten Format oder Größe oder Technik und tauscht dann untereinander. Ich weiß dann aber nicht, wie ich diese „zusammenbringen“ kann: So sehr ich die 12 verschiedenen Postkarten-Blöcke mag – ich bekomme sie einfach nicht zu einem „Ganzen“

Je länger dann die gesammelten Blöcke liegen, umso schwerer wird es für mich, sie wieder hervorzuholen und zusammen zu nähen – und dabei ärgert es mich, dass soviel Material und aufgewendete Zeit rumliegen.

6. Ich darf mir nicht zu viel vornehmen

Das ist meine größte Herausforderung! Ich plane und dann kommt „das Leben“ dazwischen. Daher habe ich festgestellt, dass ich immer nur eine Sache zuschneiden darf, die anschließend auch genäht wird. Erst dann darf ich das nächste Stück zuschneiden. Immer wenn ich mich nicht daran halte, liegen unfertige Projekte zu lange auf dem Nähtisch rum, wie gerade jetzt ein Pullover für mich. Geplant hatte ich, meinem Jüngsten einen Hoodie und mir einen Pulli zu nähen und schnitt beide direkt nacheinander zu. Den Hoodie habe ich genäht – dann kam ungeplant etwas dazwischen und so liegt mein Pulli zugeschnitten nun schon drei Wochen rum. Ich hoffe, ich schaffe es, ihn in den nächsten zwei Wochen zu nähen!

So habe ich Euch nun auf eine Reise durch mein Nähen mitgenommen – an manchen Punkten kann ich recht konsequent sein, an anderen muss ich mich immer wieder selbst an der Nase packen… .

Liebe Grüße

Ines

 


Verlinkungen zu:   UFO Linkparty Let’s finish old stuff!!   und   Froh und Kreativ

28 Kommentare

  1. Liebe Ines, meine Erwartungen an deinen Beitrag wurden weit übertroffen. Mit soviel kompaktem Wissen und gut durchdachten Erfahrungen hast du uns einen weiten Horizont für unser Hobby geboten. All das was du schreibst läßt sich super nachvollziehen und wird bestimmt das ein oder andere, was ich mir so vornehme, festigen. Liebe Ines, meine Erwartungen an deinen Beitrag wurden weit übertroffen. Mit soviel kompaktem Wissen und gut durchdachten Erfahrungen hast du uns einen weiten Horizont für unser Hobby geboten. All das was du schreibst läßt sich super nachvollziehen und wird bestimmt das ein oder andere, was ich mir so vornehme, festigen. Besonders die Punkte „ein Projekt am Nähtisch“ und „nicht zu viel vornnehmen“ liegen mir besonders am Herzen. Interessant finde ich auch immer die Kommentare zum Thema.
    Ach ja, mit dem „Klamotten-Nähen“ hast du mich jetzt doch angesteckt. Im Mai mach ich einen Kurs im T-Shirt nähen ;-)). Ich werde berichten.
    LG eSTe

    1. Das hört sich gut an mit dem T-Shirt-Kurs. Ich mag ja gerade die Abwechslung zwischen Kleidung, Patchwork und Taschen.
      Im Moment bin ich miretwas untreu: Auf dem Nähtisch herrscht ein wenig Chaos, das muss ich heute Nachmittag sortieren.
      Liebe Grüße
      Ines

  2. Das Wort „ungeduldig“ passt auch zu mir – lieber recht lange an einem Projekt arbeiten (wie einem Quilt), als andere dazwischen schieben. „Ich will sehen, wie es wird“ passt total. Meist will ich das fertige Stück in der Hand halten und es abschließen. Also echt sofort das Binding annähen oder die Knöpfe drannähen.
    Und die schönen Postkarten – irgendwann passt das was.
    Liebe Grüße
    Ines

  3. Du hast in allen Punkten uneingeschränkt Recht.
    Am überraschendsten war es für mich, dass du bei der Stoffstücken der Postkartenaktion kein echtes Ende findest- aber vielleicht braucht es das ja gar nicht? Die einzelnen Elemente sind für sich auch gut und müssen doch nicht zwingend zusammenkommen.
    (So als Wimpelkette finde ich das eigentlich ganz attraktiv.)

    Ich habe viele Pläne, aber auch keine UFOs, dafür bin ich zu ungeduldig. Wenn ich was anfange ziehe ich das durch, auch wenn es 50-Stunden Projekte sind. Ich will einfach sehen wie es wird.

  4. Das hast Du schön strukturiert aufgeschrieben. Wenn ich ein Kleidungsstück nähe überlege ich meist lange ob der Schnitt mir wirklich steht, denn ich möchte auch ungern meine Nähzeit verschwenden. Meist nähe ich einen guten Schnitt dann mehrfach. In meinem Kleiderschrank kann man ganz gut die unterschiedlichen Zeiträume ablesen 😉 Die nur 1-Projekt auf dem Tisch würde ich auch unterstützen – als die Kinder kleiner waren ist mir häufig passiert, dass ich etwas zugeschnitten habe, dann blieb es liegen und dann waren die Kinder schon aus der Größe rausgewachsen … Sew Alongs finde ich ebenfalls schwierig wenn sie länger dauern – lieber nähe ich ein Kleidungsstück recht zügig fertig , weil ich es haben will oder gerade brauche. Liebe Grüße!

    1. Ich bin mit den Schnitten auch sehr viel wählerischer geworden – ich bin froh, dass ich mittlerweile weiß, von welcher Schnittdesignerin mir die Schnitt meistens passen. Und das ein-Prpjekt.ziehe ich sehr konsequent durch. jedes Abweichen davon geht bei mir nicht gut.
      Weiter viel Spaß am Nähen!!
      Liebe Grüße
      Ines

  5. Liebe Ines … so schwäbische Wurzeln … bei mir nicht hohenlohisch, sondern böhmisch dazu scheinen doch sehr prägend zu sein … ich finde mich in allem was du schreibst zu hundert Prozent wieder. Liebe Grüße Ingrid

    1. Liebe Ingrid,
      ich habe mich hinterfragt, warum das bei mir so ist und bin da auf die mütterliche Prägung gestoßen. Meine Mutter ist allerdings noch sehr viel konsequenter, hat sich aber auch schon geärgert, dass sie Dinge zu früh weggeworfen hat!
      Liebe Grüße
      Ines

  6. Das sind sehr interessante Projekte. Ich nähe zwar nicht, aber ein angefangenes Strick- oder Häkelstück lasse ich auch nicht gern liegen. Inzwischen habe ich mir angewöhnt, die Anleitungen genau zu studieren und auch ein Probestück zu fertigen, bevor ich Garn kaufe und mit dem Stricken anfange, damit ich keine Überraschungen erlebe und das Stück am Ende nicht fertig wird, weil das Muster zu kompliziert ist oder dann doch nicht so aussieht, wie ich dachte. Vielen Dank für den Beitrag und den Link!
    LG Elke

    1. Liebe Elke,
      beim Stricken bin ich leider nicht so konsequent. Meist stricke ich an mehrere Projekten und einige habe ich auch vollendet – das ärgert mich und da hoffe ich, dass ich das in besser hinbekomme.
      Liebe Grüße
      Ines

  7. Ich kann vieles von dem, was Du schreibst, ebenfalls unterschreiben: Nicht an BOMs teilnehmen; nur nähen was mir gefällt; nicht nähen wenn ich nicht weiß, wofür. Dass nur ein Projekt auf einmal am Nähtisch liegen soll, habe ich mir von Dir abgeschaut, und es funktioniert mal besser, mal weniger. An BOMs nehme ich nicht teil, aus denselben Gründen wie Du, weil ich so ein großes Projekt lieber an einem Stück ruckzuck nähe. Aber was ich teilweise mache, ist mir Monat für Monat die (dann meist noch kostenlose) Anleitung herunterzuladen, um den Quilt später mal in einem Rutsch nähen zu können. Natürlich bekomme ich dabei die Erkenntnisse aus dem Austausch der Teilnehmerinnen während der Aktion nicht mit, das ist der Nachteil. Aber was soll’s, auch ohne BOMs wird mir und dir sicher nicht langweilig… Liebste Grüße, Gabi

    1. Nein, langweilig wird es uns nicht. Da ich bei den BOMs immer gescheitert bin, habe ich nun die kürzeren Quiltalongs für mich entdeckt. Damit komme ich besser zurecht, am besten noch, wenn zu Anfang alles zugeschnitten wird.
      Am „nur ein Projekt am Nähplatz“ versuche ich, eisern festzuhalten. Das hilft mir, dass die Projekte zu Ende gebracht werden und ich nicht zu vieles angefange.
      Liebe Grüße
      Ines

  8. Liebe Ines,
    wie schöne, über solch einen Gastbeitrag mehr über Dich zu erfahren. Deine Konsequenz ist bewundernswert. Das schaffe ich nicht, da ich manchmal auch etwas Abstand zu einer Arbeit benötige. Aber super, wie strukturiert Du alles angehst.
    Liebe Grüße
    Monika

    1. Bei mir hat die Größe des Haushaltes und des Drumrums dazu geführt, dass ich konsequenter geworden bin. Ich bin eher ein „Handwerker“, ich mag einfach das Nähen an sich, dafür fehlt mir manchmal das Künstlerische. Das mag ich bei Dir sehr!
      Liebe Grüße
      Ines

  9. Liebe Ines, hab vielen Dank für diesen schönen Beitrag! Ich finde mich in manchem wieder, vieles hat mich sehr zum nachdenken angeregt. Irgendwann war mein Nähzimmer voll mit angefangenen Dingen, eine Naht hier, ein Blöckchen da, oh, ein Sew Along… wunderbar ;o) Überall dabei und doch nix zu Ende gebracht. Das hat mich ganz schön genervt. Da hilft nur konsequent abzulehnen und so wie Du zu gucken, will ich das überhaupt und noch besser brauche ich es denn. Und beim Elephant hab ich gemerkt, wie toll es ist, dran zu bleiben, in meinem Tempo und dann, wenn ich Zeit habe. Nur den Schritt vom Top zum Quilt… da arbeite ich dran ;o)
    Vielen Dank auch an Dich, Annette, eine tolle Plattform für Gastbeiträge zum Thema UfOs und ihre Nebenwirkungen :o)
    Alles Liebe Katrin

    1. Danke meines etwas größeren Haushaltes musste ich mich immer mehr organisieren, ich wäre sonst untergegangen. Das hat dann auch auf mein Nähen abgefärbt. Und lieber lasse ich jetzt eine Aktion aus, als dass ich mir zuviel zumute (das kann ich leider sehr gut). Ich will es beim Elefanten auch so machen wie Du: wenn kein anderes Projekt drängt, dann kommt er dran, am besten gleich mit anschließendem Quilten….
      Liebe Grüße
      Ines

  10. Ich bewundere dich für deine konsequenz. Das schaffe ich nicht. Aber ich weiß auch nicht, ob ich das wirklich möchte. So sind wir halt alle verschieden und hoffentlich auch glücklich damit!

    Gruß Marion

    1. Oh, liebe Marion, ich bin auch nicht immer konsequent! Mir hilft es, wenn ich immer wieder wegräume bzw. die Dinge zu Ende bringe. Aber frage mich nicht nach meinen Stricksachen (die habe ich hier auch bewußt ausgespart, Chaos pur!)
      Liebe Grüße
      Ines

  11. Liebe Ines,
    ach ich habe mich wirklich sehr über deinen Gastbeitrag gefreut. Besonders, weil ich mich so in ihm wiedergefunden habe. Und ehrlich, dein Beitrag hat dazu bei getragen, dass ich gerade noch dabei bin, meine Schnittmuster zu sortieren. Auch der Nähtisch ist morgen dran *lach*. Ich will es (nach deinem Vorbild) auch schaffen nur noch ein Projekt auf dem Nähtisch liegen zu haben, bis es fertiggestellt ist. Bei der zweiten Nähmaschine unterm Dach liegt dann der Projeketstapel, der nach Dringlichkeit abgearbeitet wird. So macht es Sinn für mich und dann wird auch nichts vergessen. Wie eine konsequent Denkweise doch zum Ziel führt, sehr erstaunlich *smile*. Du Liebe, ich wünsche dir alles Liebe und weiterhin viel Freude mit deinen Nähwerken.
    Herzlichen Dank nochmals für deinen Gastbeitrag!!

    Allerliebste Grüße aus Heidelberg
    Annette

    1. Danke für die Einladung – ich arbeite auch täglich daran, immer wieder wegzuräumen, Dinge fertig zu stellen – aber nur so schaffe ich es, den Durchblick zu behalten. Neben dem Nähen gibt es ja auch noch ein Leben, das turbulent ist…
      Liebe Grüße
      Ines

  12. Liebe Marita,
    wichtig finde ich, sein eigenes Nähverhalten immer wieder anzuschauen – so ist auch dieser Beitrag entstanden. Und es ist gut – wie Du auch schreibst – dass wir alle verschieden sind. Wie schön sind die ganzen BOM-Quilts (nur für mich sind sie eben nichts).
    Geschenke, die „mal schnell“ dazwischenkommen, werfen meine Ordnung manchmal auch durcheinander. Ich handhabe es dann meist so, dass ich sofort wieder das vorherige Projekt hervorhole und nicht ein weiteres beginne. Seit ich „nur ein Nähprojekt“ verfolge, fühle ich mich viel wohler und es ist auch aufgeräumter.
    Frohes Nähen!!
    Liebe Grüße
    Ines

  13. Liebe Ines,
    danke für deinen Beitrag!
    deinen Grundsatz erst ein Teil fertig zu machen habe ich bei den UfoAktionen umgesetzt. Das hat mir gut gefallen. Bei den UFOs klappt das gut. Es sind auch viele fertig geworden. Bei den laufenden Projekten weniger da muss schon mal ein Geburtstagsgeschenk genäht werden oder ich brauche gerade etwas. Bei mir entstehen viele Dinge für die man echt lange braucht. Die näht man einfach nicht in einem Rutsch.
    Und Boms brauche ich, die liebe ich. Die sind das Salz in der Quiltersuppe. Bei denen habe ich aber meist auch kein Problem sie fertig zu bekommen. Zum Glück für meine UFOs hat mir in den letzten Jahren keiner so wirklich gefallen. Bis vor kurzem, oje, wieder schlechte Karten für die UFOs.
    Wie gut das wir alle verschieden sind ware ja sonst langweilig oder?
    Nur ein Projekt auf dem Nähtisch. Auch das habe ich im Zuge der Ufoaktionen angefangen und auch das gefällt mir gut. Wenigstens schaffe ich es jetzt das Projekt erst mal in seine Box zu stecken wenn mir etwas anderes dazwischen kommt.
    Aber nicht zu weit weg zu räumen. Denn aus den Augen aus dem Sinn…..
    Nur das zu nähen was mir Freude macht kann ich voll unterstreichen.
    Das was ich brauche, hm, klappt nicht, niemand braucht noch einen Quilt oder die xte Tasche und Amcs braucht niemand wirklich. Aber sie machen Spaß und den gestehe ich mir zu.
    Ansosten arbeite ich an mir.
    Liebe Grüße, Marita

  14. Liebe Ines,

    vielen Dank für diesen schönen Gastbeitrag (und danke, liebe Annette, für die Plattform!). Du sprichst mir mit so vielen Dingen aus der Seele. Ich mag auch nichts (mehr) nähen, was mir nicht (mehr) wirklich gefällt. Und ich arbeite seit geraumer Zeit auch an mir, Ufos möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen, also ein Projekt nach dem anderen fertigzustellen. Parallel laufen maximal jeweils nur ein Projekt zuhause und eines für den Nähkurs. Es ist komisch, Projekte, die ich im Nähkurs beginne, mag ich zuhause nicht anrühren und anders herum. Nun denn, solange es bei den zwei Projekten bleibt…

    Schlimm sind momentan eher noch die „Nafos“, also die nicht angefangenen Projekte, für die aber schon Stoffe da sind usw. Da muss ich noch konsequenter ausmisten, denn manche Projekte überholen sich einfach über die Zeit.

    Vielen Dank für deine Anregungen dazu, ich will mal ein kleines Scheibchen für mich abschneiden, dann wird das schon…

    Herzliche Grüße

    Anni

    1. Die „Nafos“ habe ich bewusst ausgespart, liebe Anni – da habe ich noch nicht die ideale Idee. Für manche Projekte habe ich schon eine konkrete Kiste (zumindest im Patchworkbereich), Schwierig sind da meine Stoffeinkäufe für Kleidung. Da bin ich nicht so zügig hinterher und habe auch noch zuviele Altlasten .
      Liebe Grüße
      Ines

  15. Das sind alles sehr vernünftige Vorschläge – und trotzdem scheitere ich immer wieder daran. Zum Beispiel die Sache mit dem Zuschneiden mehrerer Projekte. Immer wieder mache ich das, weil der große Wohnzimmertisch gerade so schön frei und das Licht so gut ist. Nur, um dann wochen- oder sogar monatelang die fertig zugeschnittenen Teile von einer Stelle zur nächsten zu verräumen … Oder „nur ein Projekt auf dem Nähtisch haben“: Da habe ich mal keine Lust zum Einreihen oder meterlangen Absteppen – und schon fang ich lieber schnell ein Shirt an … Ich denke, da ist bei mir noch viiiiel Raum für mehr Selbstdisziplin, trotz ebenfalls schwäbischer Prägung. Liebe Grüße, Gisela

    1. Liebe Gisela,
      ich „scheitere“ auch immer wieder – aber mir hilft es, wenn ich mir bewusst mache, woran es liegt. Als ich das mit den Monatsaktionen verstand und dass mir das zu lang dauert, kann ich jetzt leichten Herzens diese BOMs sausen lassen.
      Und das mit dem Zuschneiden versuche ich wirklich konsequent durchzuziehen, das geht sonst nie gut….
      Liebe Grüße
      Ines

  16. Liebe Susanne,
    manchmal ist meine Antwort auf “ Nähen nur, wenn ich weiß wofür“: ich muss das jetzt ausprobieren! Speziell bei kleineren Sachen geht mir das oft so. Nur bei den größeren Projekten, bei denen wirklich viel Geld und Zeit im Spiel, darf ich nicht einfach „nur so“ nähen, dann bekomme ich die nicht fertig – also nicht einen Mantel nähen, obwohl ich keinen brauche oder einen Quilt anfangen und nicht wissen, wer ihn bekommt.
    Deine Nadelbriefe sind eindeutig „Kunscht“ und ich freu mich auf ein (hoffentlich baldiges?) Wiedersehen!
    Liebe Grüße
    Ines

  17. Ach war das schön, liebe Ines, auch hier mehr über dich zu lesen. Danke dir, Annette, für das Gastgebersein. Das war toll, und ich bewundere deine Konsequenz sehr, liebe Ines. Also allein bei dem Punkt „Ich muss wissen, für was ich nähe“ steige ich in meinem Arbeiten konsequent aus. Ich mache ganz oft was, das mir einfach nur Spaß macht, aber letztlich keinen „Nutzwert“ bietet – ich denke da nur an meine unzähligen Nadelbriefe…räusper. Jetzt habe ich alles Tun von mir als KUnscht umdefiniert und dann habe ich ein ganz ruhiges Gewissen, denn Kunscht muss ja für gar nix sein – brüll 🙂 ! Also ich lese dich hier wie bei dir gerne, finde deine Nähwerke superduper exakt und damit absolut bewundernswert und freue mich, wenn es mal wieder mit einem REalo-Treffen klappt! Sei herzlichst gegrüßt. Susanne

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