Cadzand – Urlaub in den Niederlande

Heute erzähle ich euch ein bisschen von unserem letzten Nordsee Urlaub im Frühling. Herr Knut war auch wieder mit dabei und hat es sich gut gehen lassen.

 

Vor gar nicht so langer Zeit waren wir wieder Seeluft schnuppern. Der Plan war, ein paar Tagen an der Nordsee auszuspannen und die Ostertage fernab des Trubels hinter uns zu lassen. Denn Ruhe & Gelassenheit – finden wir am Meer.

Mit dem Auto fuhren wir gen Norden. Die Autobahn führte uns durch die Niederlande und nach Belgien. Antwerpen haben wir durchkreuzt, ohne anzuhalten. Die Autofahrt ging weiter. An der Nordsee gibt es so viele, schöne Strände, aber in Cadzand endete diesmal unsere Reise. Kennt ihr das? Das Meer sehen, Schuhe und Strümpfe ausziehen und einfach loslaufen? Was für ein Genuss!! 

Ein kleines Hotel* mit Meerblick, gutes Essen, Nordsee Feeling und ein paar Tage Zeit. Wir brauchen nicht viel zum Glücklichsein. – Ankommen, Auspacken und hin zum Strand, das Meer begrüßen. – Cadzand liegt in der Region Zeeuws Vlaanderen ganz nahe der belgischen Grenze und hat um die 700 Einwohner. Es gibt zwei Ortsteile, Cadzand-Dorf und Cadzand-Bad.

 

Die holländische Sprache ist mir gut vertraut. In meiner Kindheit bin ich ab und zu mit meiner Schwester und Mutter nach Holland gefahren. Dort gab es die begehrten Gobelin Stickpackungen zu kaufen, die damals in den Siebzigern modern waren. Die Motive von berühmten Ölgemälden der alten Meister wurden so in die Wohnzimmer geholt. Irgendwann waren diese dunkelbraunen Bilder nicht mehr modern und wurden ausrangiert, genauso wie die Eicherustikal Möbel. Heute sind sie fast vergessen. Lang, lang ist es her. – Hihi, und schon bin ich zurück in der Gegenwart. 

In Cadzand spazierten wir am nächsten Morgen den Strand entlang. Wir sahen viele Familien mit kleinen Kindern, die mit festem Blick auf den Boden schauten und erwartungsvoll herumliefen. Erst wusste ich nicht wonach alle suchten. Dann klärte mich mein Liebster auf. Hier wird nach Fossilen Ausschau gehalten. Alle waren emsig dabei die schwarzen Haifisch- und Rochenzähne, aber auch Muscheln etc. aus der Urzeit zu finden. Die Fossilien stammen aus dem Miozän. Vor bis zu 15. Mio. Jahren gab es nämlich Urzeitlebewesen in der Nordsee. Bei Ebbe und Flut werden die tieferen Erdschichten vom Wellengang angegriffen und somit die Fossilien aus dem Meeresboden herausgelöst. Die Fundorte der begehrten Haifischzähne liegen im Südwesten der Niederlande, zwischen den Orten Breskens und Cadzand. 

Weil in Cadzand schon so viele Haifischzähne gefunden wurden, steht das Wahrzeichen der Stadt direkt am Strand. Es ist ein übergroßer Haifischzahn. Die Skulptur stammt von Jaap Boekhout. Wer mehr Details über das schwarze Gold erfahren möchte liest *hier* weiter {Quelle: Spiegel.de Artikel: Haifischzähne im Nordseesand (2006)}. Die einzigen Haifischzähne, die wir “in echt” sahen, lagen in einer Vitrine im Hotel. Selbst gefunden haben wir leider keine.

Am nächsten Tag stand ein Ausflug nach Brügge auf der Tagesordnung. Die Hauptstadt Westflanderns liegt ja nur ca. 25 km von Cadzand entfernt. Zuerst starteten wir mit einer touristischen Grachtenrundfahrt und Stadtführung. Die wurde in Kurzfassung in Englisch, Französisch, Holländisch und Spanisch übersetzt. Uns machte es Spaß auf dem Boot fahrend die Architektur an den Grachtenufern zu bewundern. So viele schöne alte Gemäuer zu sehen war richtig schön.

Unglaublich nur, wie viele Touristen täglich die Stadt besuchen. Es war kaum möglich Fotos ohne Menschen zu erstellen. Wir haben uns anschließend einfach in der Altstadt treiben lassen und große Plätze wie den Belfried von Brügge gemieden. Kleine Geschäfte und untypische Cafés waren unsere Ziele. So fanden wir auch in der Mittagszeit leckere Lunschbagels* außerhalb der Touristenmeile. Total lecker.

 Ich war sehr erstaunt wieviel Fahrräder es in Brügge gibt. Das gefällt mir sehr.

 

Die mittelalterliche Architektur der Stadt ist wunderschön anzusehen. Diese Zackendächer sind ein echter Hingucker. Toll, oder? Erstaunlicherweise wurde Brügge nie durch Kriege oder Brände zerstört. Was für ein Glück!! 

Weiter ging es zur Liebfrauenkirche. Eigentlich wollten wir uns die Madonna von Michelangelo ansehen, nur war dort eine große Baustelle in der Kirche. Stattdessen haben wir Leckermäulchen uns draußen ein bisschen Schokolade* gegönnt. Das war ein Genuss. Und ich bereue nichts *lach*. Wer generell Schokolade gern hat, kann sich das im Februar neu renovierte Schokoladenmuseum, in Antwerpen ansehen.

 

Den Königin Astridpark haben wir zufällig entdeckt. Er liegt recht nahe an den vielbesuchten Sehenswürdigkeiten im Stadtzentrum. Dort findet man ein lauschiges Plätzchen auf der Wiese. Der Park ist von Bäumen und Sträuchern umwachsen und mit dem beruhigenden Springbrunnen kehrt schnell die innere Ruhe zurück.

 

Wer den Touristenmengen in Brügge gar nicht erst begegnen möchte, fährt nach Sluis* zum Einkaufen. Mitten im Zentrum kann man am Fluss Tretboot fahren oder setzt sich ins Eiscafé direkt neben dran. Nur am Rande erwähnt, …die leckeren Pommes gibt’s dort auch in der Papier-Spitztüte und schmecken himmlisch lecker.

Es gibt schöne Orte im Umkreis von 20 km, die auch gut mit dem Fahrrad erreichbar sind. Weites, plattes Land mit Fernblick. Wiesen mit Kühen, Pferden, Bullen und Schafe, sehr idyllisch. Bauernhöfe, große Felder, viele Feldwege und sehr nette Menschen. – Als wäre die Zeit stehengeblieben. Ich liebe ja so ländliche Gegenden mit Weitblick. Berge sind ja auch toll, aber ich bin norddeutsch *lach*, da ist man einfach in das platte Land verliebt.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Auto nach Blankenberge, einer echten Touristenstadt mit ca. 20.000 Einwohnern. Dort findet man wunderschöne Jugendstilbauten, eine mondäne Strandpromenade mit weißem Sandstrand und den Belgium Pier, der 1894 eröffnet wurde. Die Seebrücke hat eine Länge von ca. 350m. Das runde Bauwerk am Ende des Piers wurde nach einem Art Deko Model gebaut, darin befindet sich ein Restaurant mit bodentiefen Fenstern und ein Saal zum Mieten für Festlichkeiten. Auf der Außenterrasse des Restaurants hat man einen schönen Überblick auf die Promenade und auch auf das offene Meer.

Auch hier wieder Fahrräder all mass. 🙂 Lustig fand ich die große Anzahl von Leuten, die kleine Hündchen auf dem Arm trugen. Wohl 25 dieser possierlichen Tierchen zählte ich an  dem Nachmittag in der Stadt. 

Die kleinen Strandhäuser waren im April kaum belegt. Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen hier im August aufeinander hocken. Aber schön ist es hier wirklich, abgesehen von dem Rämmidämmi an der Strandpromenade. Was es da alles gibt! Gegessen haben wir an der Strandpromenade, dort gibt es eine Vielzahl von kleinen Restaurants und Imbissbuden. Das Essen war so lala, viel erwarten darf man dort nicht. Aber davon sind wir auch nicht ausgegangen bei dem Massentourismus.

Auf dem Weg zurück nach Cadzand fuhren wir an der längsten Küstenstraßenbahn der Welt vorbei. Sie hat fast 70km Länge und fährt 68 Haltestellen zwischen De Panne und Knokke-Heist an und verbindet damit Frankreich mit den Niederlanden. 

Wieder zurück auf dem Land, musste ich erstmal tief durchatmen. Solche Orte mit so vielen Menschen mag ich ja nicht wirklich, höchstens für einen Ausflugstag. Aber ich könnte mir nicht vorstellen an einem so vielbesuchten Strand meine Ferien zu verbringen. Dann doch lieber in einem kleineren Örtchen an der Küste wohnen und mit der “Fietse” das Land erkunden. Um Cadzand herum gibt es viele schöne Radwege, die auch genutzt werden. Und fast in jedem Ort kann man sich Fahrräder ausleihen. Ich fand allein schon die Bäume an den Feldwegen interessant. Sind das Weidenbäume? Viele, von diesen grünen Stumpen waren fast kahlgeschoren und standen recht trostlos am Straßenrand. Seht nur die Bäume in der hinteren Reihe. Warum die Bäume im April noch so stark beschnitten werden, ist mir ein Rätsel. Ich dachte immer der Rückschnitt findet im Spätherbst statt.

Dann war die Zeit an der Nordsee auch schon wieder zu Ende. Herr Knut hat es sehr gut in gefallen und uns auch. Puh, das war ja wieder eine Bilderflut *schäm* danke fürs Durchhalten. Jetzt setzte ich mich noch ein bisschen zu Andrea zum Samstagsplausch {25/19}. Macht es euch fein und genießt das Wochenende. Jetzt ist endlich Sommer, juhu.

Liebste Grüße

Annette

 

Anbei noch ein paar Tipps von mir für die Region:

Die lecker Schokolade haben wir in Brügge in einem kleinen Laden  “Chokolatebrothers“* gekauft. Den Laden findet ihr in  der Mariastraat 34, 8000 Brugge. Das Bagelrestaurant* haben wir hier entdeckt: Sanseveria Bruges, Predikherenstraat 11, 8000 Brugge. In Sluis gab es die leckeren Pommes im Restaurant und Hotel Rivers*. Dort kann man echt lecker essen und sitzt direkt am Wasser. Und Tretbootfahren* kann man in Sluis direkt gegenüber, also auch am Wasser von „Frituur ‘t Lempereurke“ am Kaai 32. Unser schönes Hotel war das Hotel Nordzee*, direkt am Strand von Cadzand. Die Zimmer sind traumhaft schön und auch sonst war alles Tip top. Gut Essen kann man auch beim “De Piraat*” in Cadzand. 

*Dieser Beitrag enthält indirekt Werbung ohne Auftrag (Markennennung, Ortsnennung und Verlinkung). Alle Tipps sind meine persönlichen Empfehlungen. 

 

15 Kommentare

  1. Das war jetzt sehr ein interessanter Beitrag und ich war noch nie an der Nordsee, was ich eigentlich gerne einmal nachholen würde. Auch vom sitzen in einem Strandkorb träume ich schon lange.
    L G Pia

  2. Das sieht ein bisschen aus wie in Groningen, wo wir letzen Sommer eine Woche verbrachten. Die Häuser, die Kanäle, die Velos. Einfach toll. Liebe Grüsse zu dir. Regula

  3. Liebe Annette,
    du hast uns tolle Bilder und einen sehr schönen Bericht, aus dem Urlaub und von deiner Tour mitgebracht-herzlichen Dank fürs Mitnehmen!

    Liebe Grüße und ein schönes WE, wünscht dir
    Klaudia

  4. Liebe Annette,

    toll sehen Deine Bilder aus Belgien aus. Wir waren vor vielen Jahren in De Haan und es hat uns dort auch sehr gut gefallen. Vielleicht schaffen wir es auch mal wieder an die Nord- oder Ostsee, steht schon lange auf meiner Wunschliste nur ist die Anreise für eine oder zwei Wochen so weit. So werden wir in diesem Jahr mal im September eine Woche Urlaub in der Schweiz verbringen.

    Liebe Grüße, Burgi

  5. Liebe Annette was für eine tolle Auszeit. In Brügge war ich mal vor über 30 Jahren. Muss sich mächtig heraus gemacht haben. Aber ich brauche solche Menschenmassen auch nicht. Das waren tolle Bilder.
    Vielen Dank für das mit nehmen. Hab ein schönes Wochenende. Lieben Gruß Sylvia

  6. Liebe Annette, vielen Dank fürs Mitnehmen an so einen schönen Ort und die vielen tollen Fotos! Ich war erst einmal und nur für einen Tag an der Nordsee (jedenfalls vom Festland aus gesehen ;o) ) Und von daher freut es mich sehr soviel bei Dir zu sehen und zu erfahren, Dankeschön!!!
    Kommt gut wieder hier an und bewahrt Euch noch lange das Urlaubsfeeling….
    Liebste Grüße an Dich von Katrin

  7. Guten Morgen liebe Anette,
    die Niederlande sind nicht so mein Fall, warum, das möchte ich hier jetzt nicht schreiben.
    In Brügge da war ich mal 1975, denn meine damalige Schwiegermutter war (sie ist schon lange tot) Belgierin.

    Aber da war das alles noch ganz anders und soviele Menschen, alles überlaufen, das mag ich so sehr.

    Aber, wenn es dir gefallen hat, dann ist das doch toll.
    Ja, Schuhe aus und loslaufen, das geht am Strand, aber auf dem Fahrrad wohl nicht . :-))
    Ich bin halt ein verrückter Radler, so wie Jeder seine Vorlieben hat, habe ich das eben auch.

    Mit ganz lieben Grüßen
    Eva,
    keine Ahnung, warum ich bei dir als Follower rausgefallen bin.
    Jetzt habe ich dich wieder gefunden.

  8. Also wenn ich an der Nordsee ankomme heßt es für mich: Ankommen, zum Strand und dann erst auspacken. Ich muss immer sofort an der Stand. Auspacken kann ich dann auch am Abend!
    Und Brügge! Darum beneide ich dich ein wenig. Ich wil schon immer des Klöppelns wegen mal nach Brügge. Aber ich habe es noch nie geschaftt :-((((
    Tolle Tage habt ihr da über Ostern gehabt!

    Gruß Marion

  9. Ach ja, da bekommt man gleich Fernweh, ich wäre auch gern länger in den Niederlanden geblieben … ein toller Bericht, danke Annette! Und deine Tipps sind toll, vielleicht wäre das so an Pfingsten auch was für uns … Radeln und leerer Strand, das ist perfekt! LG Ingrid

  10. Liebe Annette,
    hach, dein bericht macht Lust auf Meer (mehr)… Ich liebe ja Strandspaziergänge – es darf gerne ein bisschen rauh sein! Vielen Dank für die schönen Bilder!
    LG
    Christiane

  11. Hallo Annette,
    danke fürs Mitnehmen. Ich mag die Nordsee sehr und deinem Drang einfach barfuß ins Meer zu rennen kann ich wirklich gut verstehen.
    Brügge ist sicher eine Reise wert. Du hast tolle Bilder mitgebracht.
    Ich wünsche dir ein schönes Restwochenende.
    Lieben Gruß
    Ivonne

  12. GRAD heut hat der OLLI gsagt,,, nach HOLLAND würd er ah gern mal fahren,,,,
    hab ihm deine BUDILN gezeigt,,,, DAUMEN nach oben soll i da sagen,,,,grins

    wünsch da no an feinen ABEND
    bussale bis bald de BIRGIT

  13. Liebe Annette,
    vielen Dank für diesen langen Post mit deinen wunderschönen Fotos. Es liest sich sehr interessant und kurzweilig! Wir kommen gerade aus Dänemark zurück und ich werde bald auch ein wenig berichten. In Holland war ich noch nie, aber eine Freundin von mir schwärmt auch immer von Holland. Ist für uns vielleicht auch mal eine Reise wert – vor allem nach deinem tollen Post!
    Wünsche dir eine schöne Woche und grüße herzlich
    Ingrid

  14. Liebe Annette,
    Danke für die schönen Fotos. 🙂
    Wir sind früher immer in Belgien an der Nordsee gewesen.
    Da verstehe ich deine Nostalgie-Gefühle sehr.
    LG Doris :o)

  15. Liebe Annette,
    was für ein toller bericht :0) mit plattem land kenn ich mich hier bestens aus!aber die genialen belgischen Pommes gibts eben nur dort! schöne bilder von sonne und meer, auch deine tips finde ich prima. Vielleicht fahren wir ja mal dorthin :0) …ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

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