Kindersachen – Gastautorenbeitrag

Liebe Leser von Augenstern!
Schon ist die Gastbloggerwoche für mich fast vorbei, danke für diese tolle Möglichkeit und die vielen Rückmeldungen. Es war wirklich eine schöne Zeit hier auf Augenstern HD Zauberkrone bei der lieben Annette.
Wer erst heute vorbeischaut: ich bin Marie, Autorin von Von Tag zu Tag – Mariesblog und darf heute hier ein paar Gedanken präsentieren.
In den letzten Beiträgen habe ich mich mit dem Thema Kinderspielzeug beschäftigt, Ideen zur Aufbewahrung und Entsorgung vorgestellt und überlegt, was man mit den vielen Kinderkunstwerken machen kann.
Heute geht es um die Zukunft und meine Beobachtungen zum Oma – Sein und zur Nachhaltigkeit in einer Welt mit begrenzten Ressourcen.
Ein Grund Kinderspielzeug aufzuheben, sind die zukünftigen Kinder und Enkel. Das Spielzeug war teuer, ist noch in wunderbarem Zustand, es ist einfach schade, es wegzugeben, so der Grundtenor.
Als meine Eltern zum ersten Mal
Großeltern wurden, geschahen zwei Dinge. Erstens wurden die beiden, die
in meiner Kindheit immer sehr sparsam waren und uns Kinder definitiv
nicht vewöhnten, plötzlich von einem kleinen Kaufrausch erfasst. Überall
entdeckten sie ganz herrliche Dinge für ihr zukünftiges Enkelkind. Noch
heute bekommen meine Kinder von den Großeltern (fast) alles, was sie
wollen. Meine Mutter spazierte, kaum hatte ich meine Schwangerschaft
verkündet, stolz wie Oscar ins beste Kindermodengeschäft und erzählte
allen, dass sie für ihr neues Enkelkind einkaufen müsste. Ich denke, so
wird es mir auch einmal gehen…

Gleiches kann ich auch von meiner Nachbarin berichten, die vor rund einem Jahr erstmals Oma wurde. Fast täglich zeigte sie mir über den Zaun wieder eine wunderbare Kleinigkeit, die sie für ihre zauberhafte Enkeltochter erstanden hatte.

Das zweite war, dass Eltern und
Schwiegereltern plötzlich aus ihrem Bekanntenkreis mit Spielzeug und
Kindersachen überschüttet wurden, aus dem die Enkel ihrer Freunde
bereits herausgewachsen waren. In den Haushalten der Großeltern
herrschte also niemals Mangel an Spielsachen, Kinderbetten,
Gehschulen, Wippen, Wiegen, Dreirädern, etc. – auch wenn meine Sachen
nicht aufgehoben wurden. Die geschenkten Dinge waren auch wesentlich
aktueller als alles, was aus meiner Kindheit stammte.
Den
sozialen Aspekt möchte ich ebenfalls noch einmal ganz stark
herausstreichen. Einerseits, um die Kinder dazu zu erziehen, dass Geben
und caritatives Engagement wichtig sind. Andererseits, weil es vor allem
in den Städten immer mehr versteckte Armut gibt. Ein offenes Ohr und ein
Blick, der nicht an der Oberfläche haften bleibt, zeigt oft, wo
Familien Hilfe nötig haben. Man muss es ja nicht mit dem Holzhammer
machen, im Gegenteil, aber ein großer Karton Babywäsche kann einer
finanzschwachen Familie die Ankuft eines Kindes sehr erleichtern – ohne
dass sie das Gesicht verliert. Kinderwägen lassen sich ebenfalls nicht
verkaufen, aber wunderbar verschenken, was eine Erleichterung im Budget
darstellt. Seien wir ein wenig achtsam und lassen wir uns von den
Fassaden nicht blenden. Viele junge Familien in unserem Umfeld brauchen
unsere Hilfe. Warten wir aber bitte nicht so lange, bis die Dinge völlig unaktuell geworden sind. Wer keine Kinder mehr erwartet, sollte die Dinge sofort herschenken.
Auf der anderen Seite ist es keine
Schande und kein Makel, wenn man Dinge annimmt und nicht glaubt immer
alles neu kaufen zu müssen. Meine Kinder sind aus der Zeit der
abgelegten Kleidung bereits herausgewachsen, in ihrem Alter werden die
Dinge großteils getragen, bis sie definitiv kaputt sind. Sie wachsen
nicht mehr so schnell. Aber als sie klein waren, freute ich mich über
jedes schöne Kleidungsstück, das ich nicht selbst kaufen musste. Wir
machten daraus nie ein Geheimnis, es war für meine Kinder
selbstverständlich, auch übertragenen Dinge anzuziehen. Nachhaltigkeit
ist hier das Zauberwort, das verstehen auch kleine Kinder schon
sehr gut.
Fehl am Platz ist in dieser Diskussion
aber auf jeden Fall das schlechte Gewissen. Egal, was man mit dem
Spielzeug, den Kindersachen, der Kinderkunst macht, diese Lösung ist richtig. Man ist definitiv keine
schlechte Mutter, wenn man nicht alles, was mit den Kinder
zusammenhängt, zu 100% aufhebt und archiviert.
Ich möchte mich nochmals für diese ganz tolle Woche bedanken, es war so schön, hier zu schreiben und meine Gedanken mit euch zu teilen. Dickes Lob an Annette, die viele Mühe, die sie sich macht und ihren wirklich zauberhaften Blog.
Mit liebem Gruß,
Marie
verlinkt mit: 

3 Kommentare

  1. Liebe Marie,
    auch dieser Beitrag gefällt mir sehr, einfach schöööön!
    Schade, nun ist die Gastautoren Woche schon wieder beendet.
    Sehr lieb, dass du mich hier mit deinen Artikeln bei der "1000 Teile raus" Aktion unterstützt hast!
    Vielen, lieben Dank und wir lesen voneinander! 😉

    Liebste ♥ Grüße und vielleicht bis zum nächsten Mal!
    Annette

  2. Wie wahr!
    Ich habe mich stets gefreut, wenn ich Kleidung und andere Dinge für die Kinder erhielt und habe diese Sachen auch gerne weiter gegeben.
    Mich gruselt es bei dem Gedanken wieviel heute konsumiert und gedankenlos entsorgt wird.
    Liebe Grüße von Heike

    1. Liebe Heike, ganz genau, du triffst den Nagel auf den Kopf. Gedankenlos ist der richtige Ausdruck.
      Wir müssen unsere Kinder auch dahingehend erziehen, dass Nachhaltigkeit nicht nur notwendig ist, sondern auch Freude macht.
      Mit liebem Gruß
      Marie

Hinterlasse einen Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: